Die eigene Haustür - Thread für deutsche und EU-Innenpolitik

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herthamichi
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Re: Die eigene Haustür - Thread für deutsche und EU-Innenpolitik

Beitrag von herthamichi » 08.08.2018, 02:00

Ich möchte doch noch mal auf die Ray - These der Kreuzfahrer eingehen. Die klassischen Kreuzfahrer wurden 1930 - 1934 geboren,
von denen lebt heute kaum noch jemand. Aber es war eine Aufbruchstimmung nach dem 2.Weltkrieg, was Neues aufzubauen
und es entstand auch ein sogenanntes Wirtschaftswunder.

Die Kinder dieser Leute waren dann eigentlich der 68 - er Bewegung zu zu rechnen., aber von denen; nicht jeder
dieser Leute schaffte einen reibungslosen Lauf durch die Institutionen.

1968 lief ich drei Meter von Rudi Dutschke entfernt auf die Berliner Mauer am BrandenburgerTor zu, wir riefen:
"Amis raus aus Vietnam , Russen raus aus Prag." Die Westberliner Polizei schützte die VoPo´s auf der anderen
Seite. Ich weiß ja nicht, aber wir hätten vielleicht schon damals die Berliner Mauer zum Einsturz bringen können.

Von daher, @Ray, bitte sortiere mal Deine Einschätzungen etwas zutreffender, das Alter habe wohl ich jetzt auf meiner Seite.

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MikeSpring
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Re: Die eigene Haustür - Thread für deutsche und EU-Innenpolitik

Beitrag von MikeSpring » 08.08.2018, 07:15

herthamichi hat geschrieben:
07.08.2018, 16:08
Sorry, MikeSpring, wenn ich Dich vielleicht zu sehr angegriffen habe.

Kein Problem.

Ich möchte mich noch mal dazu äußern, warum ich mich generell FÜR eine Dienstpflicht einsetze, also Männer und Frauen in einem Korridir zwischen 18 und 27 Jahren - ggf. in Einzelfällen erweiterbar bis 30 (Um solche zu kriegen, die in der Frist eine Ausbildung nach der anderen abbrechen, nur um der Dienstpflicht zu entgehen).

Erst mal würde ich ja keine Musterung wollen. Die war wirklich entwürdigend. 200 junge Männer, die in Unterwäsche auf den Fluren sitzen und von zimmer zu Zimmer gehen - und dann der Ton - nee. Zudem kam man sich vor, wie ein Verbrecher, so jedenfalls wurde man behandelt. Nach fünf Minuten fragte ich, ob es nötig ist, so zu schreien, ich bin ja nur einen Meter entfernt und wir sind nicht auf dem Kasernenhof (und ICH werde da nie sein), da polterte der gleich los, was ich mir erlaube usw. SOWAS will ich für keinen, weder für freiwillige noch für Berufssoldaten, um das mal klarzustellen.

Daher gleich von vornerein eine große Wahlfreiheit, keine Gewissensprüfung und gesundheitlich wird erst kurz vor Beginn geprüft, ob man geeignet ist für das, was man gewählt hat.

Man kann auch gerne noch mehr Gründe für Befreiung oder Rückstellung finden, da bin ich offen. Z.B. Ausbildung in Mangelberufen, Unabkömmlichkeit im Beruf, Pflege von Angehörigen usw.

Wehrdienst: Mir ist schon klar, dass man nach 12 Monaten kein top ausgebildeter Soldat ist. Aber für eine GRUNDAUSBILDUNG und vielleicht für die Entscheidung, sich für länger verpflichten zu wollen könnte es schon reichen. Ich kann mir auch gut vorstellen, dass man den Rekruten in diesem Jahr neben der militärischen Grundausbildung auch ein paar andere Sachen beibringt, wie z.B. Erste Hilfe (auf hörherem Niveau als bei der Führerscheinprüfung), Verhalten in Extremsituationen (die man im Katastrophenfall brauchen könnte). Das könnte dazu führen, dass die Gesellschaft eine Menge junger Leute gewinnt, die gute Kenntnisse in Erster Hilfe, Brandschutz und Katastrophenschutz haben. Nicht voll ausgebildet, aber mehr als "Normalos". Vielleicht mündet der eine oder andere dann auch bei Berufs- oder freiwilliger Feuerwehr oder THW ein.

EIn weiterer Gedanke war, dem etwas entgegenzusetzen, dass die Kinder - und bei vielen muss man echt noch von Kindern sprechen - immer jünger (und unreifer) aus der Schule kommen. Früher eingeschult, ein bis zwei Jahre schneller zum Abitur, dann vielleicht noch eine Klasse übersprungen - warum steigen in letzter Zeit die Auslandsjahre deutscher Schüler so an ? Um ein Jahr zu schinden. Aber nicht alle können sich das leisten. Viele sind noch gar nicht wirklich Studiums- oder ausbildungsreif, wenn sie die Schule abgeschlossen haben. Zudem kommen immer mehr Kinder aus der Schule, die in Hartz-IV-Haushalten aufgewachsen sind, die mit wenig zufrieden sind - die dann gar nicht wissen, warum sie für Geld arbeiten sollen, wenn sie doch auch ohne Arbeit Geld bekommen.

Ich weiß aus eigener Erfahrung, das es ein tolles Gefühl ist, nach 100 DM Taschengeld auf einmal 800,- DM zu bekommen (für Zivildienst), danach wurde es wieder mehr durch die Ausbildung, zwischendurch wurde es durch eine damals existierende merkwürdige Arbeitslosenhilfe-B-Regelung nicht weniger - man will dann dieses Niveau auch halten und nicht wieder weniger zur Verfügung haben. Für viele jetzt perspektiv- und arbeitslose Jugendliche wäre das sicher nicht verkehrt.

Und es könnte auch der Berufsfindung dienen, viele kommen aus der Schule und wissen gar nicht was sie wollen - die könnten sich ein Jahr ausprobieren und auch noch Geld verdienen dabei.

Wo ich absolut dagegen bin: Es darf nicht bei sowas bleiben. Man MUSS trotzdem dafür sorgen, dass die Pflege und die Bildung besser ausgestattet (technisch und mit Personal) wird, mehr regulär eingestellt und besser bezahlt wird. Man muss trotzdem oder gerade deshalb dennoch für eine bessere Ausrüstung der Bundeswehr und mehr Attraktivität für deren Jobs sorgen. Das muss die Voraussetzung sein, sonst wäre ich auch dagegen, solche Dienste einzuführen als Alibimaßnahmen.
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creek1
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Re: Die eigene Haustür - Thread für deutsche und EU-Innenpolitik

Beitrag von creek1 » 08.08.2018, 18:22

Das Thema Bundeswehr und Wehrpflicht oder etwas Ähnliches ist doch in Deutschland zur Zeit schon dadurch lächerlich, weil man eine Verteidigungs ministerin ( Angriffsministerin ) vom Schlage einer Ursula von der Leyen ( Flintenuschi ) hat. Diese Frau hat vom Militär null Ahnung, zumal nicht einer Ihrer Söhne bei der BW war. Eine gut ausgerüstete und Kampfstarke Truppe von ca. 150000 Berufssoldaten zur echten Verteidigung macht in meinen Augen Sinn. Was hat die Bundeswehr in Afghanistan oder Mali zu suchen ? Dafür kann man Leute für UNO- Einsätze abstellen.
Eine NATO braucht man schon mal überhaupt nicht. Nur die USA brauchen eine NATO um ihre eigenen Truppen zu schonen und vor allen um an NATO-Mitglieder Waffen zu verkaufen.
Durch permanente Hetze gegen Russland baut man sich schon mal einen Feind auf. Bisher wurde Russland immer überfallen. Russland braucht Europa nicht unbedingt und Sanktionen bewirken überhaupt nichts.
Ich glaube nicht ernsthaft, das irgend jemand hier im Forum auf einen Krieg scharf ist, aber zur Zeit sieht vieles auf der Welt danach aus.
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Re: Die eigene Haustür - Thread für deutsche und EU-Innenpolitik

Beitrag von Ray » 08.08.2018, 18:23

In Russland scheint es Aluminium in Überschuss zu geben.
Ich ändere meine Meinung minütlich. Christian Lindner Fußballgott.

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Re: Die eigene Haustür - Thread für deutsche und EU-Innenpolitik

Beitrag von creek1 » 08.08.2018, 18:52

Ray hat geschrieben:
08.08.2018, 18:23
In Russland scheint es Aluminium in Überschuss zu geben.
Russland hat sämtliche Bodenschätze im Überfluss. Auch genug Bauxit zur Aluminiumherstellung. Außerdem sind die befreundeten BRICS Staaten China, Indien und Brasilien große Förderländer.

Gerade weil Russland diese Bodenschätze besitzt sind unsere " amerikanischen Freunde " so scharf auf Russland, weil die USA der Meinung sind, das nur ihnen alle Ressourcen zustehen.
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Re: Die eigene Haustür - Thread für deutsche und EU-Innenpolitik

Beitrag von Conse » 08.08.2018, 19:56

creek1 hat geschrieben:
08.08.2018, 18:22
Eine NATO braucht man schon mal überhaupt nicht. Nur die USA brauchen eine NATO um ihre eigenen Truppen zu schonen und vor allen um an NATO-Mitglieder Waffen zu verkaufen.
Durch permanente Hetze gegen Russland baut man sich schon mal einen Feind auf. Bisher wurde Russland immer überfallen. Russland braucht Europa nicht unbedingt und Sanktionen bewirken überhaupt nichts.
Ich glaube nicht ernsthaft, das irgend jemand hier im Forum auf einen Krieg scharf ist, aber zur Zeit sieht vieles auf der Welt danach aus.
Es sieht meiner Meinung nach momentan weniger nach einem Krieg aus, als das z.B. im Kalten Krieg der Fall war...
Dass es eine gewisse Stimmungsmache bzw. Doppelmoral gegenüber Russland gibt, stelle ich nicht in Frage. Aber die Schlussfolgerung vom armen russischen Unschuldslamm ist dann auch ein wenig zu viel des Guten. Wie oft hat denn Polen Russland überfallen und wie oft war es umgekehrt?

Und nur mal nebenbei: Die NATO ist kein Unschuldsengel, aber ohne die NATO gäbe es das Deutschland von heute mit ziemlicher Sicherheit so nicht....

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bayerschmidt
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Re: Die eigene Haustür - Thread für deutsche und EU-Innenpolitik

Beitrag von bayerschmidt » 08.08.2018, 20:02

Ray hat geschrieben:
08.08.2018, 18:23
In Russland scheint es Aluminium in Überschuss zu geben.
:D

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Re: Die eigene Haustür - Thread für deutsche und EU-Innenpolitik

Beitrag von creek1 » 08.08.2018, 21:09

Conse hat geschrieben:
08.08.2018, 19:56


Wie oft hat denn Polen Russland überfallen und wie oft war es umgekehrt?

Und nur mal nebenbei: Die NATO ist kein Unschuldsengel, aber ohne die NATO gäbe es das Deutschland von heute mit ziemlicher Sicherheit so nicht....
https://de.wikipedia.org/wiki/Russisch-Polnische_Kriege
Wie man sieht hat Polen mit kriegerischen Mitteln angefangen. Auch Deutschland hat wohl den einen oder anderen Polen auf dem Gewissen,
oder ?

Die NATO zu Zeiten des kalten Krieges hatte auch ihre Berechtigung. Nach der Auflösung des Warschauer Paktes hätte man die NATO auch auflösen müssen.
Jeder sollte an etwas glauben.
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Re: Die eigene Haustür - Thread für deutsche und EU-Innenpolitik

Beitrag von bayerschmidt » 08.08.2018, 21:44

Bedenke dann aber mal bitte wie übel uns (und unseren Verbündeten) die Russen im Ersten Weltkrieg mitgespielt haben... 8-)

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Re: Die eigene Haustür - Thread für deutsche und EU-Innenpolitik

Beitrag von Zauberdrachin » 08.08.2018, 22:46

creek1 hat geschrieben:
08.08.2018, 21:09
Conse hat geschrieben:
08.08.2018, 19:56


Wie oft hat denn Polen Russland überfallen und wie oft war es umgekehrt?

Und nur mal nebenbei: Die NATO ist kein Unschuldsengel, aber ohne die NATO gäbe es das Deutschland von heute mit ziemlicher Sicherheit so nicht....
https://de.wikipedia.org/wiki/Russisch-Polnische_Kriege
Wie man sieht hat Polen mit kriegerischen Mitteln angefangen. Auch Deutschland hat wohl den einen oder anderen Polen auf dem Gewissen,
oder ?

Die NATO zu Zeiten des kalten Krieges hatte auch ihre Berechtigung. Nach der Auflösung des Warschauer Paktes hätte man die NATO auch auflösen müssen.
Nanana, dann hätten die sich ja damit beschäftigen müssen ob sie nun wirklich "Gewinner" sind oder doch eher nicht. Die Psychotehrapeuthen haben doch schon genug zu tun. ;)

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creek1
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Re: Die eigene Haustür - Thread für deutsche und EU-Innenpolitik

Beitrag von creek1 » 08.08.2018, 23:03

bayerschmidt hat geschrieben:
08.08.2018, 21:44
Bedenke dann aber mal bitte wie übel uns (und unseren Verbündeten) die Russen im Ersten Weltkrieg mitgespielt haben... 8-)
Mir kommen die Tränen. Mit 27 Millionen Toten, hat das Deutsche Reich dafür im 2.ten WK den Russen auch etwas übel mitgespielt.
Jeder sollte an etwas glauben.
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Re: Die eigene Haustür - Thread für deutsche und EU-Innenpolitik

Beitrag von PREUSSE » 08.08.2018, 23:07

larifari889 hat geschrieben:
07.08.2018, 23:43
A Propos Zwangsdienst. Ich wäre ja dafür, dass alle Frauen nachträglich, dann auch noch ihren Dienst leisten sollten :wink2:

Was zeichnet eig. einen harten Mann des alten Schlages aus? :wink2:
Frauen sind in allem gleichgestellt und haben die gleichen Rechte, also sollten sie auch die gleichen Pflichten haben und genauso herangezogen werden , sei es zum Wehrdienst oder Sozialdienst.

Einen harten Mann alten Schlages zeichen Mut, Durchsetzungsfähigkeit, Prinzipientreue und Gradlinigkeit aus 8-)

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Re: Die eigene Haustür - Thread für deutsche und EU-Innenpolitik

Beitrag von SteveBLN » 09.08.2018, 00:55

Ray hat geschrieben:
07.08.2018, 21:04
Dass männliche Jugendliche heutzutage zu nicht geringen Teilen völlig verweichlichte Mimosen sind ist ein Produkt exzessiven Feminismus' und rotgrüner Bildungspolitik.
Dass nun durch Wehrpflicht gerade biegen zu wollen ist absurd.
Ein bisschen Off-Topic, aber Dardai könnte doch Sommer-Boot-Camps machen. Der macht der gerne aus Jungs Männer. :)

P.S.: Mir hat meine Zeit bei der Bundeswehr wirklich was gebracht (nicht nur einen Meniskusriß). War aber auch nicht in einer reinen Säuferkompanie.

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C-Burg
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Re: Die eigene Haustür - Thread für deutsche und EU-Innenpolitik

Beitrag von C-Burg » 09.08.2018, 08:26

Vielfach wird ja die Pflege als Argument für die Wiedereinführung der Wehrpflicht herangezogen. Also ein (un-) freiwilliges Jahr für alle (männchen und weibchen). Die Grundausbildung zum Militärdienst dürfte mitgeschleift werden, weil der Dienst sonst nicht rechtlich abgesichert sei dürfte. Auch da schlagen ja schon nicht wenige Alarm.

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Re: Die eigene Haustür - Thread für deutsche und EU-Innenpolitik

Beitrag von C-Burg » 09.08.2018, 08:41

Unabhängig davon, ob der Dienst sinnvoll für einen jungen Menschen ist. Anstelle eines attraktiven Pflegedienstes, sollen nun eben diese jungen Menschen (da auf Staatskosten natürlich kostengünstig) die politischen Fehler der letzten Jahre ausbügeln. So geht es natürlich auch. Nur ob das klappt?

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Re: Die eigene Haustür - Thread für deutsche und EU-Innenpolitik

Beitrag von Jenner » 09.08.2018, 08:42

Conse hat geschrieben:
08.08.2018, 19:56
Wie oft hat denn Polen Russland überfallen und wie oft war es umgekehrt?
Oder die baltischen Staaten, oder die Ukraine, oder Finnland...
Russland in die Schranken zu verweisen ist jederzeit wünschenswert.
"Das edelste Beispiel für seelische Robustheit, verbunden mit einem feinen Schuss Selbstironie, ist seit jeher der Herthaner". - aus einem Vortrag im Rahmen eines Fachsymposiums zum Thema Resilienz

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Re: Die eigene Haustür - Thread für deutsche und EU-Innenpolitik

Beitrag von C-Burg » 09.08.2018, 08:49

Jenner hat geschrieben:
09.08.2018, 08:42
Conse hat geschrieben:
08.08.2018, 19:56
Wie oft hat denn Polen Russland überfallen und wie oft war es umgekehrt?
Oder die baltischen Staaten, oder die Ukraine, oder Finnland...
Russland in die Schranken zu verweisen ist jederzeit wünschenswert.
Natürlich ist das so weit richtig, dass man Russland nicht uneingeschränkt vertrauen kann, insbesondere wenn Putin wieder von einem Großrussischen Reich träumt und das Auflösen der Sowjetunion als Fehler ansieht, aber man kann nicht nur mit der Vergangenheit argumentierten. Dass müssten gerade wir in Deutschland am besten wissen. Nichtsdestotrotz ist eine mögliche Auflösung der Nato aufgrund der geopolitischen Lage keine Option.

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Re: Die eigene Haustür - Thread für deutsche und EU-Innenpolitik

Beitrag von Jenner » 09.08.2018, 08:53

Was heißt Vergangenheit? Der Überfall auf die Ukraine ist doch gar nicht so lange her. Russische Truppen besetzen aktuell Teile Moldawiens und Georgiens.
"Das edelste Beispiel für seelische Robustheit, verbunden mit einem feinen Schuss Selbstironie, ist seit jeher der Herthaner". - aus einem Vortrag im Rahmen eines Fachsymposiums zum Thema Resilienz

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Re: Die eigene Haustür - Thread für deutsche und EU-Innenpolitik

Beitrag von bayerschmidt » 09.08.2018, 11:07

creek1 hat geschrieben:
08.08.2018, 23:03
bayerschmidt hat geschrieben:
08.08.2018, 21:44
Bedenke dann aber mal bitte wie übel uns (und unseren Verbündeten) die Russen im Ersten Weltkrieg mitgespielt haben... 8-)
Mir kommen die Tränen. Mit 27 Millionen Toten, hat das Deutsche Reich dafür im 2.ten WK den Russen auch etwas übel mitgespielt.
Genau das meinte ich ja. Die aktuellsten Ereignisse überschatten vieles. Aber im Verhältnis Polen-Russland gehst Du ins 16. Jahrhundert zurück, damit Mütterchen Russland auch ja makellos dasteht.
Ansonsten bin ich da bei Jenner. Es ist aber klar, dass man in Russland jede kritische Auseinandersetzung gerne als Hetze oder Propaganda des bösen Westens brandmarken möchte.

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Re: Die eigene Haustür - Thread für deutsche und EU-Innenpolitik

Beitrag von creek1 » 09.08.2018, 11:26

Jenner hat geschrieben:
09.08.2018, 08:53
Was heißt Vergangenheit? Der Überfall auf die Ukraine ist doch gar nicht so lange her. Russische Truppen besetzen aktuell Teile Moldawiens und Georgiens.
Lese brav weiter deine Bildzeitung. Überfall auf die Ukraine, Märchenstunde.
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Re: Die eigene Haustür - Thread für deutsche und EU-Innenpolitik

Beitrag von PREUSSE » 09.08.2018, 12:29

Die Nato breitete sich entgegen bilateraler Absprachen immer weiter östlich aus, bis an die Grenzen Russlands und wundert sich über die russischen Reaktionen? :sorry:

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Re: Die eigene Haustür - Thread für deutsche und EU-Innenpolitik

Beitrag von bayerschmidt » 09.08.2018, 13:58

Schon erstaunlich, dass die Staaten Osteuropas nicht einem Warschauer Pakt light angehören wollen. Sind wahrscheinlich auch alle durch Bildzeitung und westliche Propaganda verseucht. Hinsichtlich Osterweiterung gab es niemals eine Zusage oder eine "bilaterale Absprache" (egal ob Russia Today oder irgendwelche Truther-Seiten das behaupten), es gab allerdings geschickte Andeutungen des Westens (Kohl, Baker, Genscher, Bush). Die "russischen Reaktionen" sind allerdings ohnehin eher daraus zu erklären, die in dieser Zeit erlebte Kränkung des eigenen Machtverlusts zu kompensieren.

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Re: Die eigene Haustür - Thread für deutsche und EU-Innenpolitik

Beitrag von PREUSSE » 09.08.2018, 14:43

bayerschmidt hat geschrieben:
09.08.2018, 13:58
Schon erstaunlich, dass die Staaten Osteuropas nicht einem Warschauer Pakt light angehören wollen. Sind wahrscheinlich auch alle durch Bildzeitung und westliche Propaganda verseucht. Hinsichtlich Osterweiterung gab es niemals eine Zusage oder eine "bilaterale Absprache" (egal ob Russia Today oder irgendwelche Truther-Seiten das behaupten), es gab allerdings geschickte Andeutungen des Westens (Kohl, Baker, Genscher, Bush). Die "russischen Reaktionen" sind allerdings ohnehin eher daraus zu erklären, die in dieser Zeit erlebte Kränkung des eigenen Machtverlusts zu kompensieren.
Demnach sind die amerikanischen Reaktionen 1962 in der Cuba Krise , welche fast im 3. Weltkrieg mündeten auch als Kränkung zu verstehen, weil die Russen 100 km vor Key West agierten? Oder nur Fake News?

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Re: Die eigene Haustür - Thread für deutsche und EU-Innenpolitik

Beitrag von creek1 » 09.08.2018, 15:31

bayerschmidt hat geschrieben:
09.08.2018, 13:58
Schon erstaunlich, dass die Staaten Osteuropas nicht einem Warschauer Pakt light angehören wollen. Sind wahrscheinlich auch alle durch Bildzeitung und westliche Propaganda verseucht. Hinsichtlich Osterweiterung gab es niemals eine Zusage oder eine "bilaterale Absprache" (egal ob Russia Today oder irgendwelche Truther-Seiten das behaupten), es gab allerdings geschickte Andeutungen des Westens (Kohl, Baker, Genscher, Bush). Die "russischen Reaktionen" sind allerdings ohnehin eher daraus zu erklären, die in dieser Zeit erlebte Kränkung des eigenen Machtverlusts zu kompensieren.
Warum soll man überhaupt irgend einen " Pakt " angehören ? Mich stört das die USA sich immer mehr zum Weltherrscher aufspielen und meinen alle müssen nach ihrer Pfeife tanzen. Aktuell haben sie schon wiedermal Sanktionen gegen Russland beschlossen wegen eines bis heute unbewiesenen Giftanschlag.
Russland hat die DDR freigegeben, während Deutschland immer noch der Pudel der USA ist.
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Re: Die eigene Haustür - Thread für deutsche und EU-Innenpolitik

Beitrag von PREUSSE » 09.08.2018, 15:38

creek1 hat geschrieben:
09.08.2018, 15:31
Russland hat die DDR freigegeben, während Deutschland immer noch der Pudel der USA ist.
Nicht nur das. Moskau bot Verhandlungen über Ostpreußen an. Kohl lehnte die Rückgabe ab.

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