Die eigene Haustür - Thread für deutsche und EU-Innenpolitik

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PREUSSE
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Re: Die eigene Haustür - Thread für deutsche und EU-Innenpolitik

Beitrag von PREUSSE » 07.07.2018, 22:56

PREUSSE hat geschrieben:
07.07.2018, 07:24
PREUSSE hat geschrieben:
06.07.2018, 21:29


Gibt es dafür einen Beleg oder entspringt das deiner Fantasie?
Gibt es dafür einen Beleg oder entspringt das deiner Fantasie?
Du beantwortest nicht die Frage.

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Mäcki_L
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Re: Die eigene Haustür - Thread für deutsche und EU-Innenpolitik

Beitrag von Mäcki_L » 08.07.2018, 00:15

Opa hat geschrieben:
07.07.2018, 09:35
Ich tue mich schwer, die Schweizer Situation mit der in Deutschland zu vergleichen. Die Schweizer haben ihre Migration anders gesteuert als wir, die Einkommensverteilung ist erheblich heterogener, die Kehrseite davon, dass nämlich auch die Ausgabenseite erheblich größer ist, wird gern mal unter den Tisch fallen gelassen. Wer mal in Davos eine Pizza gegessen hat, wird wissen, was ich meine, da kostet eine schnöde Palästinenserpizza, die hier für 5 € zu haben ist, mindestens 20 Franken und so ähnlich verhält es sich mit anderen alltäglichen Ausgaben, eine 2 Zimmer Wohnung in Zürich ist nicht unter 1200 Franken zu bekommen, Krankenversicherungsbeiträge zahlt der Arbeitnehmer alleine usw. Eine Medaille hat immer zwei Seiten. Aber klar, die Schweiz hat viele deutsche Fachkräfte abgeworben, ich kenne viele Exilherthaner in der Schweiz und deren Beweggründe, so sehr viel grüner ist der Rasen in der Schweiz nicht, von späteren Problemen wie Rentenanwartschaften etc. mal ganz abgesehen. Ja, wir stehen bei der Anwerbung internationaler Fachkräfte im Wettbewerb mit den Eidgenossen, großartig verstecken müssen wir uns aber nicht. Wer bei uns "Löhne rauf" als Allheilmittel sieht, vergisst, dass damit auch eine gehörige Inflation einhergeht.
Das mit der Pizza in Davos kannst du hier an jeder Strassenecke oder beim Dönermann auch haben. Der Vergleich hinkt in soweit, als dass das Durchschnittseinkommen eben auch mindestens doppelt so hoch ist. In meiner Tätigkeit ist der Unterschied in etwa das dreifache von dem was in DE verdient wird.
Das mit den Krankenversicherungsbeiträgen ist richtig. Dem steht gegenüber, dass in den meisten Branchen in eine paritätische Berufliche Altersvorsorge eingezahlt wird. Das Ganze nennt sich 2. Säule oder BVG Prämie (welche allerdings noch mehr Leistungen als nur die Rente abdeckt)

Damit bin ich beim letzten Punkt Rentenanwartschaften. Ich weiss ja nicht wen du so kennst, aber ich sehe da kein Problem, ganz im Gegenteil. Nachdem ich nunmehr bereits über 10 Jahre in die 2. Säule eingezahlt habe, ist das was in der Zeit ab der Pension nach heutigem Stand zu erwarten ist, für mich kein Problem, sondern eher eine Lösung. Aber wie gesagt, das zählt nur für mich.

Unabhängig davon, halte ich das Schweizer Rentenmodell, in welches nämlich alle einzahlen müssen für durchaus beispielhaft. Aber auch das ist ja nur meine Meinung. In DE jedenfalls mache ich mir ernsthaft Sorgen um die Alterssicherung meiner Kinder und eventuellen Enkel. Das was da gemacht wurde unter Schroeder ist keinesfalls zukunftstauglich, auch nicht im europäischen Vergleich.
Da sind sogar Länder wie Portugal besser dran, von den Nachbarn in Österreich ganz zu schweigen.

Einen Satz noch, zu den Löhnen rauf.
Es geht gar nicht so sehr um einen rasanten Anstieg. Es würde ja schon reichen, wenn es ein auskömmliches Einkommen gäbe.
Was mir dazu immer einfällt und was ich auch nie verstehen kann, warum muss z.B. ein Haarschnitt für Männer auf dem Dorfe (mein Heimatort ist ausserhalb von Berlin) 7.50 EUR kosten? Mit waschen und föhnen!
Das ganze Prozedere dauert in etwa eine halbe Stunde. Wer soll denn davon seinen Lebensunterhalt bestreiten können?
Ich glaube nämlich nicht, dass keiner mehr hingeht wenn das ganze doppelt soviel wäre oder sogar dreifach.
Im übrigen, wenn ich hier in der Schweiz gehe, zu 90 % mach ich das, kostet mich das in etwa 45 EUR bei gleicher Leistung.

Was ich damit sagen will, es muss auch in DE wieder verstärkt in handwerkliche Berufe, Stichwort Mittelstand, investiert werden. Aber nur wer Geld hat, kann investieren. Das ist im Grossen wie im Kleinen so. Das mit dem Handwerk und dem Goldenen Boden ist momentan, nach meinem Eindruck, nicht ganz so ausgeprägt.

AtzUl
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Re: Die eigene Haustür - Thread für deutsche und EU-Innenpolitik

Beitrag von AtzUl » 08.07.2018, 03:30

Opa hat geschrieben:
07.07.2018, 09:35
Ray hat geschrieben:
06.07.2018, 21:19
Im Mittelmeer dürfen keine Menschen sterben.
Das ließe sich auch realisieren, wenn man Schiffbrüchige zurück nach Libyen bringt.
Wie viele Regierungen gibt es zur Zeit in Libyen? Jedenfalls find ich sollte man, wenn man schon die Rückführung, fordert, auch erwähnt werden, dass laut einer Studie des wissenschaftlichen Dienstes der Bundesregierung, Regierungsmenistern und mehreren Beobachtern, in den Lagern "KZ ähnliche" Zuständen herrschen würden. Systematische Vergewaltigungen, Folter, Morde inkl. Erschießungen seien Alltag. Man hört von Flüchtlingen, für eine Frau in den Lagern sei der Tod besser als schwanger zu werden.
Genau daher ist ein hoher Anteil von Schwangeren an den Flüchtlingen.
Opa hat geschrieben:
07.07.2018, 09:35
Ray hat geschrieben:
06.07.2018, 21:19
Abschiebeanstalten müssen human sein.
Wer hat denn inhumane Abschiebeanstalten gefordert? !
Ist es so überraschend, wenn man ein Zurücksenden in "KZ ähnliche" Lager fordert, dass man darauf schließt, dass eine große Humanität in Abschiebeanhalten keine Priorität hat? Denke nicht.

Zauberdrachin
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Re: Die eigene Haustür - Thread für deutsche und EU-Innenpolitik

Beitrag von Zauberdrachin » 08.07.2018, 05:10

PREUSSE hat geschrieben:
07.07.2018, 22:56
PREUSSE hat geschrieben:
07.07.2018, 07:24


Gibt es dafür einen Beleg oder entspringt das deiner Fantasie?
Du beantwortest nicht die Frage.
Selbstgespräch? :gruebel:

Zauberdrachin
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Re: Die eigene Haustür - Thread für deutsche und EU-Innenpolitik

Beitrag von Zauberdrachin » 08.07.2018, 07:08

"Muss" doch noch einmal etwas schreiben hier.

Drago, Du hast u.a. geschrieben: " ... mit der Frage zu tun, ob der Islam zu Deutschland gehört.....was er natürlich in einem christlichen Land NICHT tut!"

Opa, Du hast u.a. geschrieben: "So sehr ich im Alltag bei Dir bin, dass die Radikalisierung einzelner das Problem ist, schafft der Islam im Ganzen aber das Klima, in dem solche Menschen agieren können, indem er sich als unfehlbare Religion versteht, in der buchstabengetreu nach dem zu leben ist, was der Prophet niedergeschrieben hat. So etwas wie diskutierende Theologie kennt der Islam nicht, das ist ein Problem, welches spätestens bei der Integration dieses Kulturkreises relevant wird, wenn Väter ihren Töchtern das Schwimmen lernen verbieten oder in Schulen mit mehrheitlich muslimischen Kindern von deren Eltern sehr wohl Schweinefleischverbote gefordert werden. Die staatliche Anschaffung von Burkinis für den Schwimmunterricht ist eine Kapitulation vor allem, wofür der Feminismus in den letzten Jahrzehnten gekämpft hat. Das kann man als Problem abtun, welches eigentlich keins sei, weil vermutlich weder Du noch ich davon betroffen sind. Aber unsere nachfolgende Generation ist davon betroffen."

Per Verfassung sollen Staat und Kirche getrennt sein. Somit sind wir ein atheistischer Staat der privat ebenfalls per Verfassung die Religionsfreiheit zusichert. Ebenso ist per Verfassung der Minderheitenschutz garantiert. Das einleitend als Grundlage.

Somit sitzt man bei einer Diskussion ob der Islam zu Deutschland gehöre schon einer gewollten emotionsschürenden Irreführung auf. Enorm viele antworten nämlich genau wie Du, Drago, gehört in einem christlichen Land nicht dazu.
Ich verweise auf meine Einleitung!

Aus der Sicht Deutschland als Staat gehört KEINE Religion zu Deutschland. Die Religionen gehören zu Menschen die hier in diesem Land leben, es ist ihre private Angelegenheit! Das läuft bei der ganzen Diskussion schon einmal grundsätzlich schief.

Warum wird von Politikern darauf nicht hingewiesen? Das wird wohl daran liegen, dass wir keine wirklich konsequente Trennung von Staat und Religion haben, wo schon die Namensgebung der CDU und CSU ein Konterkarrieren und Missachtung der Verfassung darstellen.
Geradezu irrwitzig panisch lässt man dann in Bayern vollkommen verfassungswidrig Kreuze in Behörden aufhängen.

Opa, wenn man "dem Islam" vorwirft sich als unfehlbare Religion zu verstehen, wie sieht das dann eigentlich mit der Katholischen Kirche und deren Auslegungen aus?!
Drago, christlich ... sind das Evangelen und Katholiken oder nur eine Richtung?

Wie will man denn den einen versuchen klarzumachen, dass sie etwas nicht dürfen wenn es andere dürfen? Es gibt in Deutschland immer noch katholische Internate wo brav Mädchen und Jungen getrennt werden! Das wäre schon zu untersagen gewesen wenn man sich denn an die Verfassung hält.
Opa, Du hast vollkommen recht mit Deiner Kritik an der staatlichen Anschaffung von Burkinis als Kapitulation und Bankrotterklärung.
Jedoch geschieht genau diese Anschaffung deshalb weil die Katholische Kirche sonst nämlich auch von einigen Dingen Abstand nehmen müsste, doch deren Einflüsse auf den Staat sind verfassungswidrig so groß, dass die lieber "Burkinis" schlucken als selbst auf ihre bestehenden Pfründe zu verzichten.

Dieses Konterkarrieren unserer Verfasssung fing direkt mit ihrer Inkraftsetzung an. CDU/CSU gab es erst nach dem 2.WK, die NSDAP nicht mehr. Wo sind wohl die meisten NSDAPler abgeblieben? Denn es dürften wohl genug überlebt haben ... Und ihre Nichtakzeptanz der Verfassung wurde umgehend in der Namensgebung fundiert.
Deswegen reagieren die auch so empfindlich auf die AfD, die auch per Namensgebung die Verfassung konterkarrieren, denn es kann nur "eine" geben.
Alternative für Deutschland ... man lasse sich das mal auf der Zunge zergehen ... Für Deutschland eine Alternative ... hmmm ... Deutsches Reich? ...

Solange bei den Diskussion die, die sie anzetteln bewusst den Inhalt der Verfassung ignorieren und selbst denen es nicht auffällt, die meinen nicht Populisten aufzusitzen ... daran kann man gut erkennen an welch gefährlichem Punkt die Entwicklung bereits (wieder) angekommen ist.

Und je mehr man in die Details reindiskutiert, desto schlimmer wird es nur, weil man das Übergeordnete aus den Augen verliert und genau das ist das stete Ziel von Kapitalisten und Religionsführeren/-vertretern. "Halte du sie dumm, ich mach sie arm und wir teilen uns den Reichtum/die Besitztümer". Weshalb verschiedene Religionen jeden angreifen der nicht gläubig ist und sie untereinander um mehr Gläubige auch noch konkurrieren (Stichworte bekehren und konvertieren). Wissenschaft sagt dazu: Wissen ersetzt Glauben.

Wir hatten eine Zeit, da war "das Volk" noch nicht dermaßen abgelenkt von neuen Medien, Technik, Informationsflut ... da wurden Politiker darauf hingewiesen, von Volk und vor allem Richtern, sich an die Verfassung zu halten. Heutzutage haben wir noch ein paar Richter die das tun und kleine Teile des Volkes.

Auch im Islam, besser gesagt, bei den Menschen muslimischen Glaubens gibt es viel mehr sogenannte Gemäßigte als man denken mag. Anstatt diese zu stärken wirft man sie in einen Topf mit den anderen. Wenn aber Menschen in anderen Ländern behaupten, alle Deutsche sind Nazis, ist das Geschrei und die Empörung besonders bei denjenigen groß, die die Muslime alle in einen Topf werfen.

Man muss ihnen Konsequenz vorleben, genau das tun "wir" nicht. Mit wir meine ich primär diejenigen die unseren Staat vertreten. Unsere Politiker leben Wischiwaschi vor, ein typisches Jain bei kniffligen Themen. Und das denen gegenüber die klare Linie und härtere Hand gewohnt waren. Und dann wundern wenn die machen was sie wollen ...

Per Verfassung gilt ja auch ein Vermummungsverbot, was bei uns nur zu bestimmten Tagen außer Kraft gesetzt ist (we Karneval), ansonsten gilt das, weswegen man auch kein Burkaverbot benötigt sondern schlicht nur die Verfassung anwenden muss. Wem unsere Verfassung nicht gefällt, der hat bei uns auch das Recht dieses Land ungehindert verlassen zu dürfen. In dieser illusorischen Darstellung wir seien ein total freies Land haben einige vergessen, dass es auch bei uns Einschränkungen per Verfassung gibt und die wurden dort aus gutem Grund hineingeschrieben!

Und was für eine religiöse Prägung in unserem Land vorherrscht kann man an Folgendem erkennen (hier kann sich jeder mal selbst überprüfen):
a) Nenne 7 Artikel des Grundgesetzes (zur Vereinfachung und Schwierigkeitsangleichung von den ersten 10)
b) nenne 7 Gebote ...
Na? Was gemerkt?

Die Religionsdiskussion ist der irrige Weg, wir müssen eine Diskussion zur Einhaltung der Verfassung führen!
Weitere Frage: Wie nennt man die ersten 19 Artikel der Verfassung/ des Grundgesetzes?

Die Katholliken dürfen gegen die freie Entfaltung der Persönlichkeit bei ihren Kindern verstoßen, Muslime aber nicht?
Die inkonsenquente Einhaltung der Verfassung seit Beginn ihrer Existenz fällt uns auf die Füße.

Apropos Burkini ... weiß wer was ein Culotte Swimmer ist? Ich denke, das wird ein wenig überraschen ...

Und ... Bei der Bevölkerung Deutschlands entfällt der größte Anteil auf ... religionsfreie Menschen!
Echt toll, dass ein Streit ausgebrochen ist um eine Religion ... und um Ausländer/Flüchtlinge.
Wer aus der Geschichte nichts lernt, wird sie solange wiederholen bis er lernt!
Da sie sicht nicht exakt gleich wiederholt ... vielleicht zukünftig statt 88 ein 2323? ... Win Weidel ...
Na ... Hurra ...

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MikeSpring
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Re: Die eigene Haustür - Thread für deutsche und EU-Innenpolitik

Beitrag von MikeSpring » 08.07.2018, 08:50

Sorry, @ZD, das wird mir in Teilen jetzt doch etwas zu wirr.

CDU und CSU aufgrund des Namens verfassungsfeindliche Parteien ? Sorry, aber das ist mal blödsinn, genauso wie Deine Aussage, wir lebten in einem atheistischen Staat, auch Deine Ausführungen hinsichtlich des Namens der AfD.

Der Reihe nach:

Art. 4 GG
(1) Die Freiheit des Glaubens, des Gewissens und die Freiheit des religiösen und weltanschaulichen Bekenntnisses sind unverletzlich.
(2) Die ungestörte Religionsausübung wird gewährleistet.
(3) Niemand darf gegen sein Gewissen zum Kriegsdienst mit der Waffe gezwungen werden. Das Nähere regelt ein Bundesgesetz.

Wenn wir ein atheistischer Staat wären, dann wären Religionen verboten. Wir sind KEIN atheistischer Staat, sondern ein säkulärer Staat, was bedeutet, das Religion und Staat getrennt sind. Ja, ich weiß dass es in manchen Bereichen nicht erfüllt wird, bin auch für eine Änderung, sehe aber bei weitem kein so großes Problem, wie Du es siehst. Säkularismus heißt nicht das Ablehnen von Religion, sondern eben Trennung Staat/Religion. Atheismus IST genauso ein Glaube wie jede Religion, denn Glauben heißt nicht wissen. Denn Glauben heißt ja auch nur ich glaube an Gott und das was meine Religion sagt, Atheismus heißt ich glaube nicht an Gott und Religion. BEIDE, Religiöse UND Atheisten, GLAUBEN nur, dass sie Recht haben, WISSEN tun sie es nicht, da weder der Beweis der Existenz noch der Nichtbeweis erbracht ist und somit auch keine Religion und auch der Atheismus weder be- noch widerlegt sind.

Und da wir kein atheistischer Staat sondern ein säkulärer Staat sind, ist es auch nonsense, zu behaupten, die Unionsparteien seien verfassungsfeindlich, hätten verfassungsfeindliche Ziele oder würden im Grunde gegen die Verfassung sein. Das C bedeutet sie sind eine Partei, die als Grundlage christliche Werte hat und sich diesen verpflichtet fühlt. Das ist weder verwerflich noch verboten. Denn christliche Werte heißt ja nun mal Dinge wie Nächstenliebe, Achtung der Familie und beinhaltet Dinge, die für ein Zusammenleben wichtig sind, wie Verbot des Tötens oder Stehlens. Darin kann ich erst mal nichts negatives sehen. Natürlich kann man mit der Bibel auch DInge begründen, die verfassungswidrig wären, so predigt die Bibel nicht gerade Toleranz (Du sollst keine Götter neben mir haben...) oder man könnte einen AUfruf zu Selbstjustiz sehen (Auge um Auge...) aber die Bibel ist nun mal kein Gesetzbuch sondern ist zu interpretieren und die Bibel ist nicht die Religion - die Religion hat durchaus gezeigt, dass sie sich weiterentwickelt hat und solche Dinge sind nicht mehr wirklich ein Thema. Und ungeachtet, dass wir ein säkulärer Staat sind ist Deutschland über die Jahrhunderte eindeutig christlich geprägt, so dass eine Aussage, das Christentum gehöre nicht zu Deutschland nun wirklich nonsense ist. Aber eine quasi Gleichsetzung NSDAP = CDU/CSU ist wirklich boshaft und entbehrt ja nun jeglicher Grundlage, ja, ist es, auch wenn es natürlich stimmt, dass Ex-NSDAP-Mitglieder auch in der Union (aber auch in jeder anderen Partei) untergekommen sind. Aber natürlich war auch nicht jedes NSDAP-Mitglied Nazi - viele waren nur Mitglied, weil sie es sein mussten, um ihren Posten/Beruf/gesellschaftliche Stellung zu behalten. Aus heutiger Sicht kannst Du sowas als Opportunismus veruteilen, was natürlich bequem ist aus heutiger Sicht und mit heutigem Wissen. Dieses Wissen - jedenfalls voll umfänglich - hatten die Menschen damals nicht, und selbst wenn, sie mussten mit den Konsequenzen ihres Handelns leben, und wenn eine NICHTMITGLIEDSCHAFT zu Nachteilen führte, kann ich schon nachvollziehen, warum sie es taten. Letztlich werden die meisten Parteimitglieder kein Unrecht begangen haben, sie waren einfach Mitglied auf dem Papier ohne damit Ihr ganzes Leben geändert zu haben. Ja, es gab sogar solche, die Parteimitglied wurden, um als solche Posten zu bekommen/ zu behalten, auf denen sie den Menschen helfen konnten. Ja, aber Du hast recht, es gab mit Sicherheit auch echte Nazis in den Unionsparteien, das macht diese aber noch lange nicht zu einer verfassungswidrigen Partei.

Ähnliches versuchst Du ja auch mit der AfD. Ich hätte nicht gedacht, dass ich die mal verteidigen würde. Aber Alternative für Deutschland heißt ja nicht, dass sie eine Alternative zu Deutschland haben wollen (zumal dann das "für" semantisch falsch wäre; wenn AfD heißen sollte, dass sie eine Alternative zu Deutschland haben wollten, dann müssten sie sich Alternative ZU Deutschland nennen). Sie wollen für Deutschland eine Alternative sein zu den existierenden Parteien. Nach dem Motto: Alle Parteien nicht wählbar für Dich ? wir sind anders, wir sind die Alternative! So, und nicht anders ist der Parteiname zu verstehen und ich glaube das ist jedem klar, das ist nur ein SEHR plumper Versuch, die Partei zu diffamieren. Damit nützt Du keinem, zumal die Partei genügend Anhaltspunkte liefert, an denen Du ansetzen kannst. Da braucht man solche an den Haaren herbeigezogenen Behauptungen nicht. Nebenbei ist natürlich nicht auszuschließen, dass eine Alternative zur Bundesrepublik Deutschland - also eine andere Staatsform für Deutschland nicht doch irgendwo den feuchten Träumen eines Bernd Höcke oder Gauland entspricht.

@Opa noch mal: Habe ich in meiner Replik nicht erwähnt: Du hast sicherlich recht, dass der Islam an sich einen Absolutheitsanspruch hat, intolerant ist und im Grunde wortwörtlich zu nehmen ist. Darin unterscheiden sich die anderen Weltreligionen aber nicht vom Islam, die anderen haben sich aber dennoch als kompatibel mit modernen Gesellschaften und der Aufklärung erwiesen. Ja, ich gebe Dir recht, im Islam hat es keine Reformation gegeben (bislang), für nicht reformierbar halte ich ihn aber nicht. Die Mehrzahl der Muslime in der westlichen Welt leben gut mit uns zusammen und haben und machen keine Probleme. Das zeigt doch, dass man den Islam definitiv so leben kann, dass er mit unseren Wertvorstellungen kompatibel ist. Ich kann mich sogar erinnern, dass in den 80ern und 90ern Islamverbände Moslems aufgerufen haben, CDU/CSU zu wählen, eben WEIL christliche und islamische Werte sich durchaus ähneln (da beide gleiche Wurzeln haben nicht verwunderlich).
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Opa
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Re: Die eigene Haustür - Thread für deutsche und EU-Innenpolitik

Beitrag von Opa » 08.07.2018, 15:08

@Mäcki_L
Mäcki_L hat geschrieben:
08.07.2018, 00:15
Unabhängig davon, halte ich das Schweizer Rentenmodell, in welches nämlich alle einzahlen müssen für durchaus beispielhaft. Aber auch das ist ja nur meine Meinung. In DE jedenfalls mache ich mir ernsthaft Sorgen um die Alterssicherung meiner Kinder und eventuellen Enkel. Das was da gemacht wurde unter Schroeder ist keinesfalls zukunftstauglich, auch nicht im europäischen Vergleich.
Ich bin bei Dir, dass wir in Deutschland zu viele Ausnahmebesitzstände außerhalb der GRV haben, ganz so schlecht sehe ich das deutsche Modell aber im Vergleich zur Schweiz nicht aufgestellt.
Mäcki_L hat geschrieben:
08.07.2018, 00:15
Einen Satz noch, zu den Löhnen rauf.
Es geht gar nicht so sehr um einen rasanten Anstieg. Es würde ja schon reichen, wenn es ein auskömmliches Einkommen gäbe.
Was mir dazu immer einfällt und was ich auch nie verstehen kann, warum muss z.B. ein Haarschnitt für Männer auf dem Dorfe (mein Heimatort ist ausserhalb von Berlin) 7.50 EUR kosten? Mit waschen und föhnen!
Das ganze Prozedere dauert in etwa eine halbe Stunde. Wer soll denn davon seinen Lebensunterhalt bestreiten können?
Ich glaube nämlich nicht, dass keiner mehr hingeht wenn das ganze doppelt soviel wäre oder sogar dreifach.
Im übrigen, wenn ich hier in der Schweiz gehe, zu 90 % mach ich das, kostet mich das in etwa 45 EUR bei gleicher Leistung.
In grenznahen Regionen Ostdeutschlands würden die Menschen dann eben kurz über die Grenze fahren, um zum Friseur zu gehen. Wie willst Du da staatlicherseits eingreifen? Zoll für frisch geschnittene Frisuren geht aus einer Vielzahl von Gründen nicht, das einzige Steuerungsinstrument wären Anpassungen beim Mindestlohn, mit dem o.g. Ergebnis. Und letztlich ist das, was Du da forderst, im Prinzip eben nichts weiter als Geldentwertung durch Inflation. Wenn es kein Geschäftsmodell gibt, dann soll der Laden zumachen anstatt nach Steuerung zu rufen.
Mäcki_L hat geschrieben:
08.07.2018, 00:15
Was ich damit sagen will, es muss auch in DE wieder verstärkt in handwerkliche Berufe, Stichwort Mittelstand, investiert werden. Aber nur wer Geld hat, kann investieren. Das ist im Grossen wie im Kleinen so. Das mit dem Handwerk und dem Goldenen Boden ist momentan, nach meinem Eindruck, nicht ganz so ausgeprägt.
Investitionen sind derzeit nicht das Problem des deutschen Mittelstands, dem es außerordentlich gut geht. Die größte Herausforderung ist derzeit der Mangel an qualifizierten Arbeitskräften. Nicht mal Azubis findest Du derzeit, weil die alle dem Irrglauben unterliegen, ohne Abitur und Studium könne man keine Karriere machen. Die Anzahl der nicht besetzten Ausbildungsplätze ist auf einem Rekordhoch. Alle Handwerker, die ich kenne, können derzeit kaum noch Aufträge annehmen, weil sie sie nicht abgearbeitet bekommen.

@Atze:
AtzUl hat geschrieben:
08.07.2018, 03:30
Wie viele Regierungen gibt es zur Zeit in Libyen? Jedenfalls find ich sollte man, wenn man schon die Rückführung, fordert, auch erwähnt werden, dass laut einer Studie des wissenschaftlichen Dienstes der Bundesregierung, Regierungsmenistern und mehreren Beobachtern, in den Lagern "KZ ähnliche" Zuständen herrschen würden. Systematische Vergewaltigungen, Folter, Morde inkl. Erschießungen seien Alltag. Man hört von Flüchtlingen, für eine Frau in den Lagern sei der Tod besser als schwanger zu werden.
Genau daher ist ein hoher Anteil von Schwangeren an den Flüchtlingen.
...
Ist es so überraschend, wenn man ein Zurücksenden in "KZ ähnliche" Lager fordert, dass man darauf schließt, dass eine große Humanität in Abschiebeanhalten keine Priorität hat? Denke nicht.
Wir gewähren denjenigen humanitären Schutz, der diesen gemäß der Genfer Flüchtlingskonvention zusteht. Wer wegen seiner Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörgkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder seiner politischen Überzeugung verfolgt wird, hat Anrecht auf Schutz und Asyl. Das prüfen wir und gewähren denjenigen nach einem rechtstaatlichen Verfahren Asyl oder eine Aufenthaltsduldung, die die Ansprüche erfüllen. Wer nur aufgrund wirtschaftlicher Verlockungen hierher kommt, hat keinen Schutzanspruch, da können wir aus Eigeninteresse schauen, ob wir den einen oder anderen gebrauchen können, der Rest muss eben wieder heim, denn wir werden die Probleme, die es ohne Frage vor Ort gibt, von hier aus nicht lösen können und diese werden auch nicht dadurch gelöst, dass man davor flieht. Nehmen wir wieder das Beispiel Nigeria, da erkennen wir derzeit bei 17,4 % der Antragsteller einen Asylgrund an, im ersten Halbjahr 2014 waren es sogar nicht ein einziger.

Ich verstehe schon, dass ein Aufenthalt in einem libyschen Flüchtlingslager keine sonderlich reizvolle Vorstellung ist, die UNHCR, die auch in Libyen Hilfe organisiert, beklagt ja z.B. in diesem Dokument auch die Umstände dort. Aber es haben eben nur ein Bruchteil dort Schutzanspruch, es bleibt also, egal was man für Lösungen für das Problem der libyschen Lager findet, die Frage, was man mit den weit mehr als 80% macht, die keinen Anspruch auf Schutz hat. Das Problem mit Nigeria sind wie bei vielen anderen Staaten die Rückführungen (Quelle: 3 sat Link oben):
Viele irreguläre Migranten aus Nigeria beantragen in Deutschland zunächst Asyl, in der Hoffnung, als Flüchtling Aufenthalt gewährt zu bekommen. Doch sie wissen um ihre geringen Erfolgschancen im Asylverfahren: Das zuständige Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) hat im ersten und zweiten Quartal 2014 keinem einzigen Nigerianer nach Artikel 16 des Grundgesetzes Asyl gewährt. Wenn dem so ist und der Rechtsweg erfolglos bleibt, folgt nach deutschem Recht in der Regel die Abschiebung. Was also tun die Migranten? Sie unterdrücken ihre Identität. Denn eine Abschiebung ohne gültige Reisedokumente ist unmöglich.

Die deutschen Behörden sind also auf die Zusammenarbeit mit Diplomaten der nigerianischen Botschaft angewiesen, die in der Regel gegen den Willen ihrer Landsleute in Sammelanhörungen Passersatzpapiere ausstellen sollen. Nach dem Völkergewohnheitsrecht ist Nigeria zur Rücknahme seiner Staatsangehörigen verpflichtet - sofern deren Staatsangehörigkeit "glaubhaft" ist. Welche Ansprüche an die Glaubhaftmachung der Staatsangehörigkeit gestellt werden sollten, ist zwischen deutschen und nigerianischen Behörden jedoch strittig. Die deutschen Behörden listen daher Nigeria zusammen mit 27 anderen Staaten - darunter Russland, Ägypten und Pakistan - als einen Problemstaat bei der Passbeschaffung. Anfang 2014 zählten deutsche Behörden mehr als 1600 vermutete, nigerianische Staatsangehörige ohne gültigen Aufenthalt und ohne Reisedokumente. 2013 fanden jedoch lediglich 97 Abschiebungen und freiwillige Ausreisen nach Nigeria statt.
Soll heißen, wenn die hier sind, bleiben die in der Regel auch hier. Ohne geklärten Status, aber nicht ohne Erwartungshaltung, sich hier alimentieren zu lassen. Dafür müssen wir eine Lösung finden, denn das ist weder denjenigen, die das finanzieren müssen, zu erklären noch wird es den Erwartungen der wirklich Hilfebedürftgen gerecht. Und das wird nicht gehen ohne Rückführung, im Zweifel eben auch nach Libyen, die angeblich fehlende Identität kann man nämlich sehr wohl auch dort klären, die UNHCR wird dabei helfen.

@Mike:
MikeSpring hat geschrieben:
07.07.2018, 18:32
Mein Gott, Opa, wie kommt es, dass Du mich ständig so missverstehst, wobei wir doch in der Sache gar nicht unähnlich denken ?
Also ich denke nicht, dass Trump undemokratisch gewählt wurde und ich differenziere zwischen AfD Wählern und Nazis. Wenn ich Dich drauf anspreche, kommt von Dir meist ein...
MikeSpring hat geschrieben:
07.07.2018, 18:32
OK, war unglücklich formuliert.
...was ich auf Dauer dann doch ermüdend finde, weil bei Dir die Lernkurve recht flach verläuft.
MikeSpring hat geschrieben:
07.07.2018, 18:32
Also, JA, ich halte die AfD für eine in Teilen braune Partei, was nicht ausschließt, dass sie auch mal Richtiges sagt. Ja, die richtigen 100%igen Nazis werden sie nicht wählen. Dennoch sehe ich es nicht weniger problematisch an, wenn derart viele Menschen bei Aussagen applaudieren, die auch von Nazis kommen könnten.
Kannst Du das auch über Allgemeinplätze hinaus irgendwie etwas konkretisieren? Welchen Anteil am Wahlerfolg haben denn die ohne Frage vorhandenen "braunen Parolen"? Ich glaube vielmehr, dass viele, die sich im bisherigen Parteienspektrum nicht mehr wiederfinden, sich dort versammeln, von denen ich die wenigsten aber für Nazis halte. Die AfD bemüht sich um Framing und Du bist derjenige, der drauf reinfällt UND sich drüber beklagt. Geh doch nicht auf den Leim. Natürlich haben wir auch noch andere akute Probleme, bezahlbare Wohnungen (was man ja, wie die Diskussion mit Mäcki beweist, zumindest theoretisch auch über höhere Löhne lösen könnte) oder den Pflegenotstand, aber die Frage ist halt auch, welches davon lösen die Flüchtlinge? Dieselbe Regierung, die es in vielen Jahren auf Verweis auf Deregulierung und leere Kassen nicht geschafft hat, regulierend in den Wohnungsmarkt einzugreifen, schafft es quasi über Nacht, hunderttausende Flüchtlingsunterkünfte aus dem Boden zu stampfen? Da ist es doch zumindest nachvollziehbar, dass sich die Menschen nach politischen Alternativen umsehen. Und an der Stelle nutzt es halt nichts, denen Nazitum zu unterstellen, weil das keine Sachauseinandersetzung ist. Natürlich hat die AfD keine Lösung für die Probleme, aber das eint sie mit allen anderen Parteien, die eben auch keine Lösung haben. Weshalb ist das eine illegitim und das andere legitim?
MikeSpring hat geschrieben:
07.07.2018, 18:32
Ich erkenne aber hasserfüllte Gesichter, ich höre was die dabei rufen (oder vom Redner hören) und sehe, was für Plakate (oder Galgen) die hochhalten.
Du meinst die alljährliche Al-Quds-Demonstrationen, in denen der Tod aller Juden gefordert wird? Oder meinst Du die G20 Proteste, wo halb Hamburg angezündet wurde? Meinst Du die Gegendemonstranten, die dafür sorgten, dass "Berlin trägt Kippa" in Neukölln abgebrochen werden musste? Meinst Du den linksradikalen "Jugendwiderstand", der meine Hood terrorisiert? Das sind also alles Nazis in Deinen Augen? Auch wenn ich hier vielleicht wieder provozierend verdichte, finde ich Deine "Ich erkenne das" Sichtweise für deutlich zu einfach. Aber vermutlich kommt gleich wieder das übliche
MikeSpring hat geschrieben:
07.07.2018, 18:32
OK, war unglücklich formuliert.
MikeSpring hat geschrieben:
07.07.2018, 18:32
Ich bin nicht unbedingt ein Fan von Özdemir, aber wenn die Masse mit Schaum vor dem Mund ihn betreffend brüllt "Abschieben!" oder wenn solche Masse mit diesen hasserfüllten Gesichtern applaudiert, wenn jemand davon schwadroniert, dass man die Öfen wieder in Betrieb nehmen könnte - in wessen Nähe würdest Du denn solche Leute stellen ?
Ich kann mich an politische Aschermittwoche erinnern, wo so etwas in den CSU Zelten zu hören war. 1988 sagte Edmund Stoiber als CSU-Generalsekretär, der SPD-Politiker Oskar Lafontaine wolle „eine multinationale Gesellschaft auf deutschem Boden, durchmischt und durchrasst“, der heutige EU Kommissar Oettinger versuchte seinen Vorgänger im Ministerpräsidentenamt Filbinger zum Widerstandskämpfer gegen Hitler zu stilisieren, der Kölner Kardinal Meisner sprach „wo die Kultur vom Kultus, von der Gottesverehrung abgekoppelt wird, erstarrt der Kultus zum Ritualismus und die Kultur entartet“. Stoiber, Oettinger und Meisner mögen alles sein, aber keine Nazis, diese Grenzüberschreitung einzelner Redner macht auch keine Körperschaft zu einer Nazipartei. Nach Deiner "Logik" sind das aber offensichtlich alles Nazis, gell?
MikeSpring hat geschrieben:
07.07.2018, 18:32
der Wille des Volkes ist nicht das, was 16,5% behaupten oder 3000 Menschen in Leipzig, die irrigerweise meinen "das Volk" zu sein.
Es ist eine Teilmenge, die AfD ist die größte Oppositionspartei, das kann und sollte man nicht ignorieren. Nach jüngsten Emnidumfragen steigt die AfD gerade zur zweitstärksten Partei auf, irgendwann wird Regierungsbildung nur noch unter sehr, sehr schwierigen Kompromissen oder eben nicht mehr ohne AfD gehen. Und dann wird es wenig nützen, immer nur "aber das sind doch Nazis" geplärrt zu haben.
MikeSpring hat geschrieben:
07.07.2018, 18:32
Ist das ein Zeichen von Islamisierung ? Ich hätte das einfach als Terrorismus eingestuft. Was die Sache nicht besser macht. Die Frage ist, was versteht man unter Islamisierung ? Ich verstehe darunter, dass Versuche unternommen werden, Regeln und Gesetze in Bahnen zu lenken, wie sie in islamistischen Ländern üblich sind.
Während bei uns irrwitzigerweise wegen absurder Forderungen von Teilen der islamischen Bevölkerung Burkinis angeschafft werden sollen, schaffst Du es, eine Islamisierung von Teilen unserer Gesellschaft nicht zu erkennen? Es geht nicht um ein Kleidungsstück, es geht um die dahinterstehende Ideologie. Ich empfehle nochmal dringend, Dir die Rede Nassers anzuhören und mit dem Alltag vieler muslimischer Länder abzugleichen, der in Teilen hier mit einwandert.
MikeSpring hat geschrieben:
07.07.2018, 18:32
Ja, ich habe das WOHER vergessen. Ich wollte letztlich nur sagen dass es eben eine untergeordnete Rolle spielt ob die Menschen dieses Landes Flüchtlinge hier haben wollen oder nicht. Ich wollte jetzt auch keine komplette juristische Arbeit zu diesem Thema verfassen, wollte bloß verdeutlichen, dass wir gewisse Menschen aufnehmen MÜSSEN. Aufgrund internationalen Rechts und dem Grundgesetz. Ich wollte da jetzt nicht alle Voraussetzungen, Ausnahmen usw. durchgehen.
Es steht uns selbstverständlich frei, mehr aufzunehmen als wir müssen. Aber das löst natürlich eine Diskussion über Integration und deren Grenzen aus. Burkinis sind nur ein Beispiel von vielen, wie unsere Gesellschaft gerade dabei ist, sich in eine Richtung zu verändern, die wir kaum wollen können.
MikeSpring hat geschrieben:
07.07.2018, 18:32
Trotzdem finde ich es für bedenklich wenn bestimmte Parteien viele Mandate erhalten. Und die stärkt man eben auch mit nicht wählen. Ich finde es sogar für falsch Protestwahl zu machen, also eine Partei zu wählen, die man selber eigentlich ablehnt um ein Zeichen zu setzen, denn für Protest sind Wahlen nicht da. Aber das ist eine eigene Diskussion, die ich hier und jetzt nicht führen will.
Die Diskussion müssen wir aber immer wieder führen. Natürlich regiert es sich ohne Volk erheblich einfacher, aber in einer parlamentarischen Demokratie geht es darum, den Willen (oder auch Unwillen) des Volkes im Parlament abzubilden. Dazu gehört auch das Recht, eine Protestpartei zu wählen, wenn man dieser Meinung ist. Damit müssen wir uns dann alle auseinandersetzen, diese Auseinandersetzung muss aber inhaltlich über "das sind doch Nazis" hinausgehen. Da gibt es viele Grüne gegen die AfD, mit denen man sich auseinandersetzen darf.
MikeSpring hat geschrieben:
07.07.2018, 18:32
Es ist das Kalkül der AfD größtmöglich zu provozieren, zu empören. Das könnte man auch ins Leere laufen lassen, aber die anderen Parteien und die Medien fallen immer wieder darauf rein und bieten damit der AfD diese Bühne.
Entschuldigung, im Moment bist in erster Linie Du es, der darauf reinfällt.
MikeSpring hat geschrieben:
07.07.2018, 18:32
Ich gebe Dir recht, dass ich das hier SEHR verdichtet habe. Ich hatte schlicht keine Lust mehr, diesen Beitrag noch länger werden zu lassen. Ich habe durchaus eine sehr differenzierte Sicht, wie die AfD groß geworden ist und wieviel Schuld die anderen Parteien und die Medien daran haben, aber auch die Bundes- und Landesregierungen. Das war mir aber zu viel das hier unterzubringen. Nach dem, was ich zu diesem Thema von Dir schon gelesen habe, bin ich da gar nicht weit von Dir entfernt.
An dieser Aussage habe ich allerdings erhebliche Zweifel. Dein Umgang mit Andersdenkenden empfinde ich zwar als en vogue, aber eben auch grenzwertig. Deshalb setze ich mich mit Dir erheblich intensiver auseinander als mit anderen.
MikeSpring hat geschrieben:
07.07.2018, 18:32
Ich finde es aber trotzdem dünn für eine Partei, nur zu fordern und zu kritisieren, ohne eigene Alternativen anzubieten. GERADE WENN ich mich "Alternative" für Deutschland nenne, dann sollte ich doch wenigstens auch ein alternatives Wahlprogramm haben, dass die drängensten Probleme angeht, oder nicht ? Was ist das für eine Alternative, wenn ich nur weiß "SO wollen sie es nicht" aber nicht "WIE wollen sie es denn ?"
Im Moment betreibt die AfD das Geschäft, was sich Opposition nennt und in einer Demokratie wichtig ist.
MikeSpring hat geschrieben:
07.07.2018, 18:32
Ich persönlich kenne nur Moslems, die hier sehr wohl angekommen und sehr liberal sind. Mein Lieblingskollege ist Türke. Nein, ist er nicht, er hat keinen türkischen Pass, nur einen deutschen, also ist er Deutscher mit türkischem Migrationshintergrund.
Und was sagt uns das über den allgemeinen Stand der Integration in unserem Land, dass Du einen türkischstämmigen Lieblingskollegen hast? Deshalb finanziert der türkische Staat immer noch via Ditib die türkischen Moscheevereine und entsenden Imame, die hier spionieren und für Erdogan agitieren. Deshalb predigen in der Al Nur Moschee bei mir um die Ecke immer noch Hassprediger. Nur damit wir uns richtig verstehen: Ich kenne auch liberale Moslems, die auf solche Fragen aber nur achselzuckend "was sollen wir denn machen?" fragen und sich im Zweifel beugen. Wie der Islam mit Liberalen derzeit umgeht, ist am Beispiel der Berliner Ibn-Rushd-Goethe-Moschee abzulesen:
Als Seyran Ates vor einem Jahr die Ibn-Rushd-Goethe-Moschee eröffnete, löste das einen Aufschrei aus, gerade auch in muslimischen Ländern. Eine Frau als Imam! Männer und Frauen (ohne Kopftuch) beten gemeinsam! Eine Moschee offen für Homosexuelle! Morddrohungen und eine Fatwa aus arabischen Ländern, aber auch Anfeindungen aus türkischen Communities in Deutschland waren die Folge.
...
In diesem politischen Klima erregt eine "liberale" Moschee Aufsehen, weil es so scheint, als würde hier die Symbiose von westlichen Werten und islamischer Theologie vollzogen. Doch so einfach sei das nicht, bemerkt die Islamwissenschaftlerin Riem Spielhaus: "'Liberal' ist ein schwieriges Wort, weil es so viele unterschiedliche Deutungen zulässt; von Neo-Liberalismus über liberale Politik zu liberalen Lebensentwürfen."

Die Positionen von Seyran Ates hält sie nicht in jedem Fall für liberal. Ates äußert sich kritisch zum muslimischen Kopftuch und ablehnend zur Vollverschleierung. "Das ist nicht wirklich freiheitlich orientiert", meint Spielhaus, "sondern tritt eher für Kontrolle von Religion ein."
...
Es gebe in vielen muslimischen Gemeinden vermehrt aktive Diskussionen über liberale, westliche Werte und die muslimische Lehre. "Mit den muslimischen Jugendlichen in Deutschland passiert gerade viel. So wuchs in DITIB-Gemeinden in den vergangenen Jahren eine Generation von Muslimen heran, die in Deutschland geboren und aufgewachsen ist und die Diskussionen etwa über Feminismus und Homosexualität in die Gemeinden getragen hat," sagt Spielhaus. "Diese Kräfte wurden jüngst durch die türkische Politik aus den Gemeinden gedrängt.
Wir könnten natürlich auch achselzuckend danebenstehen und so tun, als ginge uns das alles nichts an. Wir sind aber im Alltag davon unmittelbar betroffen.
MikeSpring hat geschrieben:
07.07.2018, 18:32
Also, ich denke ich habe jetzt deutlich gemacht, dass ich zwar die AfD durchaus als braun bezeichne, aber nicht jeden ihrer Wähler.
Das hast Du deutlich gemacht, wird dadurch aber nicht richtiger.
MikeSpring hat geschrieben:
07.07.2018, 18:32
EIn romantisches Orientbild habe ich nicht, ob es realistisch ist, kann ich auch nicht beurteilen, DU aber auch nicht.
Jeder von uns wird seinen eigenen, individuellen Realismus haben.
MikeSpring hat geschrieben:
07.07.2018, 18:32
PREUSSE hat in seiner Argumentation so viele Angriffspunkte geliefert und ich war ja auch nicht der einzige, der dagegen argumentiert hat. Mich hat gewundert von Dir da nichts zu lesen. ... Vielleicht war es auch richtig von Dir, auf PREUSSE nicht einzugehen
Ich hielt es nicht für nötig.
MikeSpring hat geschrieben:
07.07.2018, 18:32
Ist ja toll, dass Du hier auch wieder regelmäßig postest, aber manchmal ist es extrem schwer mit Dir zu diskutieren.
Das kann durchaus ja ein Qualitätsmerkmal einer Diskussion sein, wenn man das als schwer empfindet. Ich finde es auch extrem schwer, mit Dir zu diskutieren, weil Du (genau wie die AfD) gern mal provozierst und hinterher dann Dein...
MikeSpring hat geschrieben:
07.07.2018, 18:32
OK, war unglücklich formuliert.
...hinterherschiebst. Das kannst Du natürlich so machen, aber es wird nicht besser dadurch und Du bist in diesem Punkt dann eben auch keinen Deut besser als die, die Du in eine bestimmte Ecke stellst.

@Zauberdrachin:
Zauberdrachin hat geschrieben:
08.07.2018, 07:08
Per Verfassung sollen Staat und Kirche getrennt sein. Somit sind wir ein atheistischer Staat
Puh, was für gequirlter Unsinn zur Einleitung...
Zauberdrachin hat geschrieben:
08.07.2018, 07:08
Somit sitzt man bei einer Diskussion ob der Islam zu Deutschland gehöre schon einer gewollten emotionsschürenden Irreführung auf. Enorm viele antworten nämlich genau wie Du, Drago, gehört in einem christlichen Land nicht dazu.
Ich habe vor einigen Wochen im alten Forum darauf verwiesen, dass unsere Tradition weniger christlichen, sondern mehr römisch-griechischen Ursprungs ist, daher verfehlt mich Dein vorgetragener Vorwurf gänzlich. Der Islam verleugnet und bekämpft römisch-griechische Traditionen und kann aus diesem Grund in diesem Punkt nicht Bestandteil unserer Gesellschaft sein.
Zauberdrachin hat geschrieben:
08.07.2018, 07:08
Aus der Sicht Deutschland als Staat gehört KEINE Religion zu Deutschland. Die Religionen gehören zu Menschen die hier in diesem Land leben, es ist ihre private Angelegenheit! Das läuft bei der ganzen Diskussion schon einmal grundsätzlich schief.
Aus diesem Grund begann die Präambel des Grundgesetzes mit "Im Bewußtsein seiner Verantwortung vor Gott"? Mir scheint, dass bei Dir gehörig was schief läuft.
Zauberdrachin hat geschrieben:
08.07.2018, 07:08
Warum wird von Politikern darauf nicht hingewiesen? Das wird wohl daran liegen, dass wir keine wirklich konsequente Trennung von Staat und Religion haben, wo schon die Namensgebung der CDU und CSU ein Konterkarrieren und Missachtung der Verfassung darstellen.
Jaja, reg dich ab und lies mal das Grundgesetz. Es ist schon aberwitzig, Frau Merkel als Führerin einer religiös-orthodoxen Regierung zu bezeichnen. Kommst Du Dir dabei nicht selbst lächerlich vor?
Zauberdrachin hat geschrieben:
08.07.2018, 07:08
Geradezu irrwitzig panisch lässt man dann in Bayern vollkommen verfassungswidrig Kreuze in Behörden aufhängen.
Was wegen des eher auf Folklore denn auf Religion abzielenden Charakters massiv von den Kirchen kritisiert wurde.
Zauberdrachin hat geschrieben:
08.07.2018, 07:08
Opa, wenn man "dem Islam" vorwirft sich als unfehlbare Religion zu verstehen, wie sieht das dann eigentlich mit der Katholischen Kirche und deren Auslegungen aus?!
Die chritliche Theologie streitet seit Anbeginn um die Deutung der Überlieferung und es sind in der Geschichte immer die unter die Räder gekommen, die eine buchstabengetreue Auslegung forderten.
Zauberdrachin hat geschrieben:
08.07.2018, 07:08
Drago, christlich ... sind das Evangelen und Katholiken oder nur eine Richtung?
Vielleicht solltest Du Dich mal etwas intensiver mit dem christlichen Glauben und dessen Lehre beschäftigen anstatt uns hier mit langen wie inhaltsarmen Monologen zu quälen.
Zauberdrachin hat geschrieben:
08.07.2018, 07:08
Wie will man denn den einen versuchen klarzumachen, dass sie etwas nicht dürfen wenn es andere dürfen? Es gibt in Deutschland immer noch katholische Internate wo brav Mädchen und Jungen getrennt werden! Das wäre schon zu untersagen gewesen wenn man sich denn an die Verfassung hält.
Es gibt durchaus gute Gründe für geschlechtsgetrennte Bildung, da wissenschaftlich nachgewiesen Jungen und Mädchen unterschiedlich lernen. Mit derselben "Logik" könntest Du auch den sofortigen Stop aller Förderprogramme für Frauen fordern, da dies ja Männer benachteiligen würde. Es ist sicher hilfreich, mal nachzudenken, ob das, was man hier schreibt, auch so in die Öffentlichkeit sollte, aber bitte, jeder blamiert sich so gut er oder sie kann.
Zauberdrachin hat geschrieben:
08.07.2018, 07:08
Opa, Du hast vollkommen recht mit Deiner Kritik an der staatlichen Anschaffung von Burkinis als Kapitulation und Bankrotterklärung.
Jedoch geschieht genau diese Anschaffung deshalb weil die Katholische Kirche sonst nämlich auch von einigen Dingen Abstand nehmen müsste, doch deren Einflüsse auf den Staat sind verfassungswidrig so groß, dass die lieber "Burkinis" schlucken als selbst auf ihre bestehenden Pfründe zu verzichten.
Was soll das bitte sein? Religionsunterricht? Nonnen? Bitte, teile uns doch mit und erhelle die Dunkelheit mit Deinem Licht.
Zauberdrachin hat geschrieben:
08.07.2018, 07:08
Dieses Konterkarrieren unserer Verfasssung fing direkt mit ihrer Inkraftsetzung an. CDU/CSU gab es erst nach dem 2.WK, die NSDAP nicht mehr. Wo sind wohl die meisten NSDAPler abgeblieben? Denn es dürften wohl genug überlebt haben ... Und ihre Nichtakzeptanz der Verfassung wurde umgehend in der Namensgebung fundiert.
Sorry, aber das ist einfach Aluhut-Schrott, den Du da absonderst. Dass sich die junge Bundesrepublik im parlamentarischen Rat ein Grundgesetz gegeben hat, hatte nichts mit der Ablehnung einer Verfassung zu tun, sondern damit, dass Deutschland damals geteilt war und man eine Verfassungsgebung einer späteren Wiedervereinigung mit der Ostzone und den von Polen und Russland annektierten deutschen Gebieten vorbehalten hat. Es gab keine Partei, in der nicht ehemalige NSDAP Mitglieder waren, nicht mal die SED im Osten, nicht mal die Grünen, z.B. Werner Vogel war in NSDAP und SA und wurde dennoch als Grüner in den Bundestag gewählt. 7,5 Mio. Deutsche waren Mitglied in der NSDAP, darunter auch Dieter Hildebrandt, Hans-Dietrich Genscher, Erhard Eppler, Horst Ehmke, Martin Walser und Siegfried Lenz.
Zauberdrachin hat geschrieben:
08.07.2018, 07:08
Deswegen reagieren die auch so empfindlich auf die AfD, die auch per Namensgebung die Verfassung konterkarrieren, denn es kann nur "eine" geben.
Alternative für Deutschland ... man lasse sich das mal auf der Zunge zergehen ... Für Deutschland eine Alternative ... hmmm ... Deutsches Reich? ...
Also ich kann aus dem Programm, welches sich diese Partei gegeben hat, viel Unsinn herauslesen, aber nirgendwo, dass diese die freiheitlich demokratische Grundordnung abschaffen wollen. Wo soll das stehen? Vielleicht solltest Du lieber lesen anstatt Buchstaben auf der Zunge zergehen zu lassen?
Zauberdrachin hat geschrieben:
08.07.2018, 07:08
Solange bei den Diskussion die, die sie anzetteln bewusst den Inhalt der Verfassung ignorieren und selbst denen es nicht auffällt, die meinen nicht Populisten aufzusitzen ... daran kann man gut erkennen an welch gefährlichem Punkt die Entwicklung bereits (wieder) angekommen ist.
An welcher Stelle ignorieren "die" denn die Verfassung, die es nach Deiner Logik nicht mal gibt. Ich halte in diesem Punkt die AfD für deutlich ungefährlicher als die Linke, die ganz offen für Verstaatlichung, entschädigungsloser Enteignung und Kollektivierung eintritt. Warum wird das eigentlich nicht thematisiert? Wo bleibt da der Aufschrei? Die Linken sind genauso Putinhörig wie Teile der AfD, beides sollte einem zuwider sein.
Zauberdrachin hat geschrieben:
08.07.2018, 07:08
Und je mehr man in die Details reindiskutiert, desto schlimmer wird es nur, weil man das Übergeordnete aus den Augen verliert und genau das ist das stete Ziel von Kapitalisten und Religionsführeren/-vertretern. "Halte du sie dumm, ich mach sie arm und wir teilen uns den Reichtum/die Besitztümer". Weshalb verschiedene Religionen jeden angreifen der nicht gläubig ist und sie untereinander um mehr Gläubige auch noch konkurrieren (Stichworte bekehren und konvertieren). Wissenschaft sagt dazu: Wissen ersetzt Glauben.
Also ich konnte auf einer katholischen Schule die Phase meines persönlichen Unglaubens bzw. Zweifel am Glauben und der Religion ganz offen ausleben, ohne in irgendeiner Form bekämpft worden zu sein. Das, was Du da schreibst, ist kommunistische Propaganda in Reinkultur, die Glauben immer als Gefährdung ihres Machtanspruchs betrachteten und den Pfaffen und dem Kapital die Schuld gaben. Die Folge dieser Ideologie war in der megaerfolgreichen Sowjetunion zu bewundern. Sorry, das ist Quatsch mit Soße, was Du da schreibst und Du musst aufpassen, nicht den letzten Rest Deiner Glaubwürdigkeit zu verlieren, wenn Du hier die Aluhut-Kommunistin gibst.
Zauberdrachin hat geschrieben:
08.07.2018, 07:08
Wir hatten eine Zeit, da war "das Volk" noch nicht dermaßen abgelenkt von neuen Medien, Technik, Informationsflut ... da wurden Politiker darauf hingewiesen, von Volk und vor allem Richtern, sich an die Verfassung zu halten. Heutzutage haben wir noch ein paar Richter die das tun und kleine Teile des Volkes.
Was soll das für eine Zeit gewesen sein? Medien, Technik und Informationsflut haben wir seit Mitte des 19. Jahrhunderts, in der Zeit gab es wahsninnige Fortschritte in Sachen Säuglingssterblichkeit und die Monarchie wurde abgeschafft, sogar Irr-Ideologien wie der Kommunismus durften wüten. Wenn Du "zurück zur Scholle" als Zukunftsmodell siehst, erklärt das aber vieles von dem, was Du hier so äußerst.
Zauberdrachin hat geschrieben:
08.07.2018, 07:08
Auch im Islam, besser gesagt, bei den Menschen muslimischen Glaubens gibt es viel mehr sogenannte Gemäßigte als man denken mag. Anstatt diese zu stärken wirft man sie in einen Topf mit den anderen. Wenn aber Menschen in anderen Ländern behaupten, alle Deutsche sind Nazis, ist das Geschrei und die Empörung besonders bei denjenigen groß, die die Muslime alle in einen Topf werfen.
Wer hat alle in einen Topf geworfen? Es gibt ein weitgehend unwidersprochenes Selbstverständnis im Islam, dass das, was im Koran steht, direkt von Gott stammt und daher nicht anzuzweifeln ist. NIcht mal das, was nachweislich falsch ist (z.B. ist die Dreifaltigkeit der Christen falsch dargestellt), wird in Zweifel gezogen. Wenn jemand meint, alle Deutschen seien Nazis, zucke ich meist gelangweilt mit den Schultern, weil mich dieser Vorwurf nicht trifft und hochgradig unsachlich ist.
Zauberdrachin hat geschrieben:
08.07.2018, 07:08
Man muss ihnen Konsequenz vorleben, genau das tun "wir" nicht. Mit wir meine ich primär diejenigen die unseren Staat vertreten. Unsere Politiker leben Wischiwaschi vor, ein typisches Jain bei kniffligen Themen. Und das denen gegenüber die klare Linie und härtere Hand gewohnt waren. Und dann wundern wenn die machen was sie wollen ...
Das verstehe ich nicht, wir werden Deiner Auffassung nach doch von Kapital und Kirche beherrscht, dumm und arm gehalten, weshalb sollte das bei denen, die eine "klare Linie und härtere Hand" gewohnt waren, anders sein? Merkst Du, wie widersprüchlich Deine vorangegangene Argumentation war?
Zauberdrachin hat geschrieben:
08.07.2018, 07:08
Per Verfassung gilt ja auch ein Vermummungsverbot, was bei uns nur zu bestimmten Tagen außer Kraft gesetzt ist (we Karneval), ansonsten gilt das, weswegen man auch kein Burkaverbot benötigt sondern schlicht nur die Verfassung anwenden muss.
An welcher Stelle regelt unsere Verfassugn (die es Deiner Meinung nach ja nicht gibt) denn bitte das Vermummungsverbot? Das ist im Versammlungsrecht verankert, aber nicht in der Verfassung, weshalb Deine ganzen Ausführungen auch in sich zusammefallen wie ein Soufflée im Ofen.
Zauberdrachin hat geschrieben:
08.07.2018, 07:08
Und was für eine religiöse Prägung in unserem Land vorherrscht kann man an Folgendem erkennen (hier kann sich jeder mal selbst überprüfen):
a) Nenne 7 Artikel des Grundgesetzes (zur Vereinfachung und Schwierigkeitsangleichung von den ersten 10)
b) nenne 7 Gebote ...
Na? Was gemerkt?
Puh, was für ein Unfug, der es nicht lohnt, drauf einzugehen.
Zauberdrachin hat geschrieben:
08.07.2018, 07:08
Die Religionsdiskussion ist der irrige Weg, wir müssen eine Diskussion zur Einhaltung der Verfassung führen!
Weitere Frage: Wie nennt man die ersten 19 Artikel der Verfassung/ des Grundgesetzes?
Ist Dein Google kaputt oder warum versuchst Du hier eine Quizshow zu imitieren?
Zauberdrachin hat geschrieben:
08.07.2018, 07:08
Die Katholliken dürfen gegen die freie Entfaltung der Persönlichkeit bei ihren Kindern verstoßen, Muslime aber nicht?
Die inkonsenquente Einhaltung der Verfassung seit Beginn ihrer Existenz fällt uns auf die Füße.
Wo dürfen denn Katholiken denn gegen die freie Entfaltung der Persönlichkeit verstoßen?
Zauberdrachin hat geschrieben:
08.07.2018, 07:08
Apropos Burkini ... weiß wer was ein Culotte Swimmer ist? Ich denke, das wird ein wenig überraschen ...
Willst Du darauf wirklich eine Antwort, dass es einen Unterschied macht, ob es jemandem freigstellt ist, ob und was er beim Schwimmen anhat oder wenn alle Frauen sich einheitlich bedecken sollen? Wenn Dir der Unterschied nicht klar ist, macht eine Diskussion mit Dir ernsthaft keinerlei Sinn.
Zauberdrachin hat geschrieben:
08.07.2018, 07:08
Und ... Bei der Bevölkerung Deutschlands entfällt der größte Anteil auf ... religionsfreie Menschen!
Weil jemand konfessionslos ist, ist er noch lange nicht religionsfrei.
Zauberdrachin hat geschrieben:
08.07.2018, 07:08
Wer aus der Geschichte nichts lernt, wird sie solange wiederholen bis er lernt!
Wer google nicht bedienen kann und statt zu lesen sich Buchstaben auf der Zunge zergehen lässt, wird es mit dem lernen erheblich schwerer haben.
Zauberdrachin hat geschrieben:
08.07.2018, 07:08
Da sie sicht nicht exakt gleich wiederholt ... vielleicht zukünftig statt 88 ein 2323? ... Win Weidel ...
Na ... Hurra ...
Ach Gott wie süß. Sollte Hubertus Heil sich umtaufen lassen? Nicht, dass der eines Tages Kanzler wird und das Wort Heil wieder im Kanzleramt gebraucht wird? :roll:

AtzUl
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Re: Die eigene Haustür - Thread für deutsche und EU-Innenpolitik

Beitrag von AtzUl » 08.07.2018, 15:49

@Opa: Menschen, die vielleicht nach den Genfer Konvention kein Recht auf Schutz haben, werden dennoch essentielle Gründe haben, warum sie ihr Freunde, Familie verlassen und ihr Leben riskieren. Der Hauptgrund: Sie sehen keine Zukunftsperspektiven. Und das dürfte sich verbessern. Bespiel Afrika: Es gibt jetzt schon keine ausreichende Infrastruktur oder Arbeit. Das religiöse Verbot von Verhütungsmitteln, keine vorhandene Altersversorgung, die sozialen und politischen Spannungen, Kriesen und Kriegen verschärfen die Situation. 40% aller Afrikaner sind unter 15Jahre. Wie wird das ganze wohl in 5-15 Jahren aussehen. Wenn die jetzt schon im Arbeitsalter sich viele der dort sich befindenen Menschen dort kein Perspektiven haben? Da gebe ich Dir Recht, Deutschland oder Europa kann sie nicht alle aufnehmen. Wir müssen auch nicht glauben, alle Kriesesherde beseitigen zu könnlen. Aber KZ-artige Lager oder Menschen als Abschreckung ertrinken lassen, sollte nicht die Alternative sein. Wo sind die europäischen Werte, die immer beschwören werden? Diese Menschen fallen ja auch ins Asyl-, sondern potenziell in ein Einwanderungsgesetz.

Das Problem ist, trotz Ankündigungen würde keine legalen Fluchtmöglichkeiten geschaffen. Aber auch das kann nur eine mittelfristige Schritt sein. Wenn man keine humane Katstrophe und eine echte Flüchtlingskriese will, dann sollte man vielleicht nicht nur über Möglichkeiten der Grenzenschließungen/-sicherungen nachdenken, sondern Ansetzte finden, die Lage in der Dritten Welt zu verbessern. Dass die Menschen eine Zukunftsperspektive haben. Bis dahin können Menschen nicht ins "Konzentrations Lagern" oder ähnlichen Einrichtungen zurückgeschickt werden. Wo vom Tod bis zur Sklaverei alles einen Erwarten kann. Solche Lager müssen humane Standards unterliegen. Nicht der Kontrolle von Verbrechern.
Zuletzt geändert von AtzUl am 08.07.2018, 15:58, insgesamt 3-mal geändert.

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Re: Die eigene Haustür - Thread für deutsche und EU-Innenpolitik

Beitrag von Mäcki_L » 08.07.2018, 15:52

Opa hat geschrieben:
08.07.2018, 15:08

In grenznahen Regionen Ostdeutschlands würden die Menschen dann eben kurz über die Grenze fahren, um zum Friseur zu gehen. Wie willst Du da staatlicherseits eingreifen? Zoll für frisch geschnittene Frisuren geht aus einer Vielzahl von Gründen nicht, das einzige Steuerungsinstrument wären Anpassungen beim Mindestlohn, mit dem o.g. Ergebnis. Und letztlich ist das, was Du da forderst, im Prinzip eben nichts weiter als Geldentwertung durch Inflation. Wenn es kein Geschäftsmodell gibt, dann soll der Laden zumachen anstatt nach Steuerung zu rufen.
Das machen sie bereits. Mittlerweile gibts schon den BUS- Schuttle zum Polenmarkt. Da geht es vorrangig sicherlich um Zigaretten und saisonal bedingt um Obst, Gemüse oder auch Pilze. Das gibt es schon jahrelang obwohl nach meinem Eindruck der gaaanz grosse Boom vorbei ist. Hat sich auf einem Nieveau eingepegelt. Na und die Autofahrer, fahren eben auch von Berlin nach Polen zum tanken. ob sich das lohnt sei mal offen gelassen.
Der Friseur war ja auch nur ein Beispiel. Das trifft auch auf alle anderen und Dienstleistungen zu. Wenn das Geld da ist, wird auch wieder nachgefragt. Das hat erst einmal gar nichts mit Staat zu tun.
Opa hat geschrieben:
08.07.2018, 15:08
Investitionen sind derzeit nicht das Problem des deutschen Mittelstands, dem es außerordentlich gut geht. Die größte Herausforderung ist derzeit der Mangel an qualifizierten Arbeitskräften. Nicht mal Azubis findest Du derzeit, weil die alle dem Irrglauben unterliegen, ohne Abitur und Studium könne man keine Karriere machen. Die Anzahl der nicht besetzten Ausbildungsplätze ist auf einem Rekordhoch. Alle Handwerker, die ich kenne, können derzeit kaum noch Aufträge annehmen, weil sie sie nicht abgearbeitet bekommen.
Völlig korrekt. das hab ich auch so mitbekommen. Mit dem Abitur ist vielleicht ein wenig übertrieben. Ich denke, die Voraussetzungen die an eine Ausbildung gestellt werden, völlig zu recht, sind eher in den naturwissenschaftlichen Fächern zu suchen. Da kann ich mir schon vorstellen, dass es vielleicht Nachholbedarf gibt. Dazu kommt natürlich, dass man für das Handwerk auch eine gewisse Veranlagung mitbringen muss. Es ist eben manchmal auch wie bei Werner beinhart...

Das ist im übrigen nicht nur in DE so. Ich erlebe es täglich mit unseren Auszubildenden. Die Lehre für einen Elektriker in der Schweiz beträgt 3 oder 4 Jahre, je nach Abschluss und da haben die Jungs in der Schule manchmal ganz schön zu knabbern, wenn es um Naturwissenschaft geht ;)

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Re: Die eigene Haustür - Thread für deutsche und EU-Innenpolitik

Beitrag von MikeSpring » 08.07.2018, 17:17

Opa hat geschrieben:
08.07.2018, 15:08

@Mike:
MikeSpring hat geschrieben:
07.07.2018, 18:32
Mein Gott, Opa, wie kommt es, dass Du mich ständig so missverstehst, wobei wir doch in der Sache gar nicht unähnlich denken ?
Also ich denke nicht, dass Trump undemokratisch gewählt wurde und ich differenziere zwischen AfD Wählern und Nazis. Wenn ich Dich drauf anspreche, kommt von Dir meist ein...
MikeSpring hat geschrieben:
07.07.2018, 18:32
OK, war unglücklich formuliert.
...was ich auf Dauer dann doch ermüdend finde, weil bei Dir die Lernkurve recht flach verläuft.
Die Beleidigung zum Ende ignoriere ich mal. Ich behaupte NICHT dass Trump undemokratisch gewählt wurde - zum hunderttausendsten Mal - ich hatte mir lediglich im alten Forum erlaubt, dass amerikanische Wahlsystem als nicht unbedingt zeitgemäß, aber nicht als undemokratisch bezeichnet. Ist das endlich mal angekommen? Ich habe auch mittlerweile geschrieben, dass ich AUCH zwischen AfD-Wählern und Nazis differenziere. Ich stehe dazu, dass es mit Sicherheit Nazis gibt, die die wählen aber sicher gibt es mehr, denen die "zu soft" sind. Und vielleicht ist die AfD keine braune Partei, aber eine von stark braun gefärbten Personen nicht unwesentlich geprägte Partei. Und Bernd Höcke und Gauland SIND für mich zumindest braun gefärbt, bei Höcke würde ich sogar darüber hinaus gehen.
Opa hat geschrieben:
08.07.2018, 15:08
MikeSpring hat geschrieben:
07.07.2018, 18:32
Ich erkenne aber hasserfüllte Gesichter, ich höre was die dabei rufen (oder vom Redner hören) und sehe, was für Plakate (oder Galgen) die hochhalten.
Du meinst die alljährliche Al-Quds-Demonstrationen, in denen der Tod aller Juden gefordert wird? Oder meinst Du die G20 Proteste, wo halb Hamburg angezündet wurde? Meinst Du die Gegendemonstranten, die dafür sorgten, dass "Berlin trägt Kippa" in Neukölln abgebrochen werden musste? Meinst Du den linksradikalen "Jugendwiderstand", der meine Hood terrorisiert?
Was soll das ? NEIN,ich meine nicht die Al-Quds-Demonstrationen, nicht die G20-Proteste, nicht die Gegendemonstranten, die dafür sorgten, dass "Berlin trägt Kippa" in Neukölln abgebrochen werden musste, nicht die Meinst Du den linksradikalen "Jugendwiderstand", der Deine Hood terrorisiert, sondern ich meine die Pegida-Demonstranten. Das weisst Du, auch wenn das in dem Zitat nicht mehr steht, aber Du weißt ja, worauf sich das bezog.
Also was soll das, warum fragst Du, wen ich meine, wenn Du das genau weißt ? Also nochmal: Sieh Dir sowohl die Gesichter bei Pegida und ihren Ablegern an, lies, was auf deren Plakaten steht und höre was sie rufen oder was die Redner erzählen, worauf sie applaudieren. Ich denke jeder sieht auf diesen Bildern zu 90% hasserfüllte Gesichter (ich bin nicht Dr.Dr. Sheldon Cooper, ich kann Mimiken lesen) und in dem Zusammenhang mit den Texten fällt es einem nicht schwer, einen Zusammenhang zu Nazithemen zu finden. Nein, ich erkenne Nazis nicht an den Gesichtern, aber ich kann sehen, hören, lesen UND schlussfolgern.
Opa hat geschrieben:
08.07.2018, 15:08
Das sind also alles Nazis in Deinen Augen? Auch wenn ich hier vielleicht wieder provozierend verdichte, finde ich Deine "Ich erkenne das" Sichtweise für deutlich zu einfach. Aber vermutlich kommt gleich wieder das übliche
MikeSpring hat geschrieben:
07.07.2018, 18:32
OK, war unglücklich formuliert.
NEIN, ich habe nie behauptet, dass die Al-Quds-Demonstrationen, nicht die G20-Proteste, nicht die Gegendemonstranten, die dafür sorgten, dass "Berlin trägt Kippa" in Neukölln abgebrochen werden musste, nicht die Meinst Du den linksradikalen "Jugendwiderstand", der Deine Hood terrorisiert, alles Nazis sind. Du hast Recht, hasserfüllte Gesichter sieht man auch hier, aber ich habe nirgendwo geschrieben hasserfülltes Gesicht = Nazi. Ich sympatisiere aber auch nicht gerade mit diesen Leuten. Erstere sind sicherlich antisemitisch, die G20-Protestanten eher nicht, Dein Jugendwiderstand sicher auch nicht. Wobei, who knows. Antisemiten gibt es selbst bei den Linken.
Opa hat geschrieben:
08.07.2018, 15:08
Ich kann mich an politische Aschermittwoche erinnern, wo so etwas in den CSU Zelten zu hören war. 1988 sagte Edmund Stoiber als CSU-Generalsekretär, der SPD-Politiker Oskar Lafontaine wolle „eine multinationale Gesellschaft auf deutschem Boden, durchmischt und durchrasst“, der heutige EU Kommissar Oettinger versuchte seinen Vorgänger im Ministerpräsidentenamt Filbinger zum Widerstandskämpfer gegen Hitler zu stilisieren, der Kölner Kardinal Meisner sprach „wo die Kultur vom Kultus, von der Gottesverehrung abgekoppelt wird, erstarrt der Kultus zum Ritualismus und die Kultur entartet“. Stoiber, Oettinger und Meisner mögen alles sein, aber keine Nazis, diese Grenzüberschreitung einzelner Redner macht auch keine Körperschaft zu einer Nazipartei. Nach Deiner "Logik" sind das aber offensichtlich alles Nazis, gell?
Sind sie sicher nicht, ich habe jetzt aber auch keine Lust, die CSU oder die Oettinger-CDU zu verteidigen. Dass das was Du beschreibst unschön war da sind wir uns, denke ich, einig.
Opa hat geschrieben:
08.07.2018, 15:08
Es ist eine Teilmenge, die AfD ist die größte Oppositionspartei, das kann und sollte man nicht ignorieren. Nach jüngsten Emnidumfragen steigt die AfD gerade zur zweitstärksten Partei auf, irgendwann wird Regierungsbildung nur noch unter sehr, sehr schwierigen Kompromissen oder eben nicht mehr ohne AfD gehen. Und dann wird es wenig nützen, immer nur "aber das sind doch Nazis" geplärrt zu haben.
Sicherlich nicht. Ich glaube aber auch nicht, dass es bundespolitisch irgendwie relevant ist, was ich sage oder ín einem Forum schreibe. Ich darf vereinfachen, die Politik sollte schon bessere Lösungen finden. Aber, sorry, das ist nicht meine Aufgabe. In der Sache sind wir uns einig.
Opa hat geschrieben:
08.07.2018, 15:08
Während bei uns irrwitzigerweise wegen absurder Forderungen von Teilen der islamischen Bevölkerung Burkinis angeschafft werden sollen, schaffst Du es, eine Islamisierung von Teilen unserer Gesellschaft nicht zu erkennen? Es geht nicht um ein Kleidungsstück, es geht um die dahinterstehende Ideologie. Ich empfehle nochmal dringend, Dir die Rede Nassers anzuhören und mit dem Alltag vieler muslimischer Länder abzugleichen, der in Teilen hier mit einwandert.
Ich habe nie behauptet, dass es KEINE Islamisierung gäbe. Ja, ich lehne sowas wie Burkas, Burkinis, Schweinefleischverbot in Schulen und Kitas, Umbebennung von Weihnachtsmärkten in Wintermärkte, St.Martins-Umzüge in Sonne-Mond-und Sterne-Umzüge auch für grundfalsch und es macht mich sauer. Du hast vermutlich recht, dass ich das vielleicht ein wenig unterschätzt habe. Vergessen wir aber auch nicht, dass es teilweise weniger Muslime sind, die sowas fordern, oft genug sind es deutsche "Gutmenschen" die quasi aus vorauseilendem Gehorsam Dinge umbenennen wollen, um erst gar nicht anzuecken.
Opa hat geschrieben:
08.07.2018, 15:08
Entschuldigung, im Moment bist in erster Linie Du es, der darauf reinfällt.
Nö. Ich darf darauf reagieren, das hat keine Auswirkungen. Wenn auf diese Provokationen aber in jeder Talkshow oder im Bundestag übertrieben viel Raum gegeben wird, das wirkt sich aus. Wäre ich Politiker würde ich mich dazu nicht öffentlich äußern.
Opa hat geschrieben:
08.07.2018, 15:08
An dieser Aussage habe ich allerdings erhebliche Zweifel. Dein Umgang mit Andersdenkenden empfinde ich zwar als en vogue, aber eben auch grenzwertig. Deshalb setze ich mich mit Dir erheblich intensiver auseinander als mit anderen.
Ich habe kein Problem mit Andersdenkenden. Aber es gibt bestimmte Themen, die ich nicht unwidersprochen stehen lassen kann. JETZT geht es um die AfD, aber auch was die Linken angeht da gäbe es auch Themen. Oder, Dein Lieblinsthema, wenn ein Grüner mit mir über Pädophilie diskutieren wollte, gibt es bei mir auch eine Null-Toleranz-Grenze.

Nichts desto trotz empfinde ich die AfD weit mehr als schädlich für das Ansehen Deutschlands, als ich sie nützlich finde. Aber, ich kann durchaus auch Argumente der AfD nachvollziehen und finde es bringt uns auch nicht weiter, wenn im Bundestag ALLES was von der AfD kommt, abgelehnt wird, NUR weil es von denen kommt, ohne es inhaltlich zu beurteilen. Dinge abzulehnen nur weil es von denen kommt ist nicht demokratisch sondern Kindergarten.
Opa hat geschrieben:
08.07.2018, 15:08
Ich hielt es nicht für nötig.
Vermutlich war das richtig so.
Niemand ist HERTHA als wir.

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Opa
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Re: Die eigene Haustür - Thread für deutsche und EU-Innenpolitik

Beitrag von Opa » 08.07.2018, 17:34

AtzUl hat geschrieben:
08.07.2018, 15:49
@Opa: Menschen, die vielleicht nach den Genfer Konvention kein Recht auf Schutz haben, werden dennoch essentielle Gründe haben, warum sie ihr Freunde, Familie verlassen und ihr Leben riskieren. Der Hauptgrund: Sie sehen keine Zukunftsperspektiven.
Liest Du eigentlich auch, was ich hier schreibe? Ich habe in den letzten Tagen die Geschichte des Nigerianers verlinkt, dem von Schleppern ein leistungsloses Leben in Deutschland versprochen wurde. Diesen Menschen muss man in voller Konsequenz das Handwerk legen. Diese Form von Migration macht keinerlei Sinn, weder für uns noch für die Migranten, die hier ebenfalls aufgrund mangelnder Sprachkenntnisse und/oder Qualifikationen keine Zukunftsperspektive haben.
AtzUl hat geschrieben:
08.07.2018, 15:49
Und das dürfte sich verbessern. Bespiel Afrika: Es gibt jetzt schon keine ausreichende Infrastruktur oder Arbeit.
Hast Du Dir mal die Frage gestellt, woran das liegt, obwohl wir Milliarden für Entwicklungshilfe ausgeben? Wenn Du nachhaltig in Afrika so etwas wie funktionierende staatliche Ordnung herstellen möchtest, kannst Du auch gleich rekolonialisieren. Ich vermute mal nicht, dass das Dein Begehren ist.
AtzUl hat geschrieben:
08.07.2018, 15:49
Das religiöse Verbot von Verhütungsmitteln
Ich glaube, Du überschätzt da den Einfluss der Kirche. Auch bei uns herrscht dieses "Verbot", was von nahezu allen Christen, die ich kenne, nicht befolgt wird. Die Promiskuität, das geringe Bildungsniveau und Gesundheitspolitiker, die selbst im einigermaßen gut dastehenden Südafrika Duschen als AIDS Prävention empfehlen, sind ein Problem, was Du von hier aus wie lösen möchtest?
AtzUl hat geschrieben:
08.07.2018, 15:49
keine vorhandene Altersversorgung
Das machst Du woran fest? Altersversorgung im Sinne einer umlagenfinanzierten Rente mag es nicht geben, aber es gibt wie bei uns, bevor die Sozialversicherungssysteme eingeführt wurden, familiäre Strukturen, die für die Altersversorgung aufkommen.
AtzUl hat geschrieben:
08.07.2018, 15:49
die sozialen und politischen Spannungen, Kriesen und Kriegen verschärfen die Situation.
Auch hier würde mich interessieren, wie Du das zu stabilisieren gedenkst?
AtzUl hat geschrieben:
08.07.2018, 15:49
40% aller Afrikaner sind unter 15Jahre. Wie wird das ganze wohl in 5-15 Jahren aussehen.
Vermutlich kaum anders, aber was willst Du damit zum Ausdruck bringen? Als die Säuglingssterblichkeit in Europa zurückging, lebten weite Teile unserer Bevölkerung in bitterer Armut und viele Familien schafften es nicht, ihre Kinder zu ernähren. Das ist ein Prozess, der sich kaum von hier aus steuern lässt.
AtzUl hat geschrieben:
08.07.2018, 15:49
Wenn die jetzt schon im Arbeitsalter sich viele der dort sich befindenen Menschen dort kein Perspektiven haben? Da gebe ich Dir Recht, Deutschland oder Europa kann sie nicht alle aufnehmen. Wir müssen auch nicht glauben, alle Kriesesherde beseitigen zu könnlen. Aber KZ-artige Lager oder Menschen als Abschreckung ertrinken lassen, sollte nicht die Alternative sein. Wo sind die europäischen Werte, die immer beschwören werden? Diese Menschen fallen ja auch ins Asyl-, sondern potenziell in ein Einwanderungsgesetz.
Ich glaube, Du hast da einigermaßen naive Vorstellungen, dass da sonderlich viele gut ausgebildete und qualifizierte zu uns kämen, die hier für ihren Lebensunterhalt sorgen können. Ja, ich gebe Dir recht, dass die Menschen in den Lagern (können wir bitte diesen unsäglichen Vergleich zu KZs sein lassen, das relativiert mir zu sehr) vernünftig untergebracht werden.
AtzUl hat geschrieben:
08.07.2018, 15:49
Das Problem ist, trotz Ankündigungen würde keine legalen Fluchtmöglichkeiten geschaffen. Aber auch das kann nur eine mittelfristige Schritt sein. Wenn man keine humane Katstrophe und eine echte Flüchtlingskriese will, dann sollte man vielleicht nicht nur über Möglichkeiten der Grenzenschließungen/-sicherungen nachdenken, sondern Ansetzte finden, die Lage in der Dritten Welt zu verbessern.
Du scheinst immer noch nicht verstanden zu haben, dass das a) kaum geht und b) nicht zwingend Fluchtursachen bekämpft. Wir werden weiter Grenzsicherung betreiben müssen.
AtzUl hat geschrieben:
08.07.2018, 15:49
Dass die Menschen eine Zukunftsperspektive haben. Bis dahin können Menschen nicht ins "Konzentrations Lagern" oder ähnlichen Einrichtungen zurückgeschickt werden. Wo vom Tod bis zur Sklaverei alles einen Erwarten kann. Solche Lager müssen humane Standards unterliegen. Nicht der Kontrolle von Verbrechern.
Was schlägst Du denn konkret vor, ohne erneut eine enorme Sogwirkung auszulösen?

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Re: Die eigene Haustür - Thread für deutsche und EU-Innenpolitik

Beitrag von PREUSSE » 08.07.2018, 17:34

Opa hat geschrieben:
08.07.2018, 15:08
.....die AfD ist die größte Oppositionspartei, das kann und sollte man nicht ignorieren. Nach jüngsten Emnidumfragen steigt die AfD gerade zur zweitstärksten Partei auf, irgendwann wird Regierungsbildung nur noch unter sehr, sehr schwierigen Kompromissen oder eben nicht mehr ohne AfD gehen.
Solange das Flüchtlingsthema ( Wirstschaftsflüchtlinge insbesondere) nicht gelöst ist durch konsequente Rückführung und Minimierung der Personen die sich in Deutschland befinden und solange sich der Eindruck hält, die deutsche Gesellschwaft verwandele sich zunehmend in eine muslimische Gesellschaft, wird es Widerstand der Wähler in Form von steigenden AfD Anteilen am Wahlergebnis geben.

Nur dies interessiert die Wähler, die der AfD ihre Stimmen geben und nicht ein Rentenkonzept oder andere Themen.

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Re: Die eigene Haustür - Thread für deutsche und EU-Innenpolitik

Beitrag von Zauberdrachin » 09.07.2018, 01:27

Es ist schon interessant in welcher Form auf einen durch und durch gewiss provozierenden Post reagiert wird.

Der Stil von Euch, Mike und Opa, unterscheidet sich völlig.

Mike, Du verweist zurecht auf den säkularen Staat, um dann aufzuzeigen, dass wir ihn eben genau nicht umsetzen.
Was man übrigens sehr klar auch daran sehen kann, dass der Staat als Inkassobüro für die Kirchen tätig wird ... Kirchensteuer.

Opa, exakt, jeder hat so seine eigene Realität. Das scheint mir, vergisst Du hin und wieder jedoch selbst wenn Du schreibst. So wie Du bei der einen Seite gegen die Verallgemeinerung angehst ("war selbst auf katholischer Schule ...") so gibt es bei Dir nur "den Islam". Bist Dir nicht zu schade, kommunistische Propaganda anzuprangern, ohne dass ich irgendetwas zum Kommunismus sagte ... nun ja.
In Deiner Realität differenzierst Du genau dort wo es Deiner Argumentationsschiene folgt und verallgemeinerst ebenso dort wo es dieser Schiene folgt.
Es ist eine menschliche Eigenschaft, nur kommt leider kaum heraus, dass Dir das bewusst ist.
Du hast eine Religion verteidigt und greifst eine andere an. Genau das, was Du "dem Islam" vorwirfst.
So heizt man alles nur noch mehr auf ...

Seid mal weiter der Meinung, bei uns existiere die Trennung von Staat und Kirche, wir haben ja Meinungsfreiheit.

Lesen, Hören und Schlussfolgern kann übrigens jeder. Und jeder geht davon aus, dass er "richtig" gelesen, "richtig" gehört und "richtig" geschlussfolgert hat. Es muss klar sein, dass das überwiegend durchaus stimmen kann, doch eine Fehlerquote schwebt stets mit.

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Re: Die eigene Haustür - Thread für deutsche und EU-Innenpolitik

Beitrag von MikeSpring » 09.07.2018, 09:03

Bei uns existiert eine Trennung von Staat und Kirche. Wir haben keine Staatsreligion, wir dürfen jede Religion frei leben oder auch ganz darauf verzichten, wir können nicht - wie es in manchen anderen säkulären Staaten der Fall ist - rein kirchlich heiraten sondern müssen erst standesamtlich heiraten, die Kirche hat keinerlei weltliche Macht, kann keine weltlichen Gesetze erlassen usw. Ich finde schon, dass wir von einer Trennung von Staat und Kirche sprechen können.

Ja, es gibt ein paar Relikte, wie z.B. die staatlich eingezogene Kirchensteuer. Sehe jetzt kein so großes Problem darin, denn erstens wird diese nicht von Menschen erhoben, die NICHT in der Kirche sind und zweitens sehe ich nicht, wo dass dem Steuerzahler weh tut. Klar, kannst natürlich damit argumentieren, dass das Geld kostet - glaube mir, dann ist der Nutzen der Kirche für den Staat ungleich größer, denn die Kirche leistet viel im sozialen Bereich und durchaus auch im Bildungsbereich (insbesondere Kitas, Schulen), Kosten, für die sonst der Staat aufkommen müsste. Nein, ich sehe die Kirchen nicht völlig unkritisch, aber ich sehe jetzt auch nicht, dass wir ein großes Problem in Deutschland mit der nicht restlos vollzogenen Trennung von Staat und Kirche haben.
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Re: Die eigene Haustür - Thread für deutsche und EU-Innenpolitik

Beitrag von Bad Man » 09.07.2018, 09:06

MikeSpring hat geschrieben:
05.07.2018, 16:08
PREUSSE hat geschrieben:
05.07.2018, 15:54
Nenne mir bitte die Beleidigungen Punkt für Punkt, die ich getätigt haben soll.
Bitte schön:
PREUSSE hat geschrieben:
05.07.2018, 14:19
Ich amüsiere mich köstlich über den Aufschrei der wohl situierten Bildungsbürger (Bayerschmidt, Mineiro, Mikespring etc.), die in einem für sie bescheidenem Niveau Plattheiten (Dixie Klo etc.) zum Besten geben.

Durch ihre Intolleranz ,Ihre (UM) ERziehung, ihr verfestigtes Weltbild sind sie und du ausserstande zu akzeptieren, das es offensichtlich Menschen gibt, die eine andere Sicht der Dinge haben.
creek1 hat geschrieben:
05.07.2018, 19:02
Was soll daran eine Beleidigung sein ? :roll:
Na, der Kollege PREUSSE hat den Kollegen MikeSpring einen 'Bildungsbürger' genannt.

Bad Man
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Re: Die eigene Haustür - Thread für deutsche und EU-Innenpolitik

Beitrag von Bad Man » 09.07.2018, 09:07

MikeSpring hat geschrieben:
07.07.2018, 18:32
Mein Gott, Opa ......................................................................................... aber manchmal ist es extrem schwer mit Dir zu diskutieren.
Woran das wohl liegen mag?

Bad Man
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Re: Die eigene Haustür - Thread für deutsche und EU-Innenpolitik

Beitrag von Bad Man » 09.07.2018, 09:14

PREUSSE hat geschrieben:
05.07.2018, 21:41
Die Propaganda Maschine rollt wieder :grin: Düstere Zukunfts Prognosen werden herbei :grin: geredet .Ich wiederhole es gerne noch einmal. Rechte, die gemeinhin als braune tituliert werden, lehnen die AfD ab, weil sie AfD für eine System Partei halten und vom Staat in das Parteien Spektrum implantiert,
Ich denke, dass hat wenig mit einer Propagandamaschine zu tun, sondern eher damit, dass die AfD so viele Angriffsflächen bietet. Was kein Wunder ist, da bei jeder Parteineugründung auch immer eine Menge Menschen andocken, die Ideen und Meinungen vertreten, die kontrovers zum vorherrschenden Mainstream stehen - sonst hätten sie längst Unterschlupf in einer der schon bestehenden Parteien gefunden.

Die AfD wird wie jede junge Partei erst einmal einen Selbstreinigungsprozess durchlaufen müssen, in dem sich die Spreu vom Weizen trennt. So lange wird sie sich mit den berechtigten Vorwürfen und Angriffen auseinandersetzen müssen.

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Re: Die eigene Haustür - Thread für deutsche und EU-Innenpolitik

Beitrag von Opa » 09.07.2018, 09:37

Zauberdrachin hat geschrieben:
09.07.2018, 01:27
Es ist schon interessant in welcher Form auf einen durch und durch gewiss provozierenden Post reagiert wird.
Es ist schon interessant, dass der Zweck Deiner Beiträge Provokation zu sein scheint. Es erklärt vieles, es entschuldigt nichts.
Zauberdrachin hat geschrieben:
09.07.2018, 01:27
Was man übrigens sehr klar auch daran sehen kann, dass der Staat als Inkassobüro für die Kirchen tätig wird ... Kirchensteuer.
Der Staat wird auch als Inkassobüro für Kranken-, Arbeitslosen-, Pflege- und Rentenversicherungen tätig und treibt im Zweifel auch nicht gezahlte Rundfunkgebühren oder Schwarzfahrersztrafen ein, wo genau ist da Dein Problem? Die Konkordate und Staatsverträge zwischen Staat und Religionsgemeinschaften sind Folge der napoleonischen Zeit, wo 1803 die weltlichen Fürstentümer für ihre Gebietsabtretungen an Napoleon dadurch entschädigt wurden, dass ihnen die Vermögen kirchlicher Fürsten und Klöster zugesprochen wurden, die fortan auf staatliche Zuwendung bzw. Organisation angewiesen waren. Die Not der Kirche im 19. Jahrhundert war ursächlich dafür, jeweils provinzweise ab 1827, zunächst in Lippe-Detmold über die preußischen Provinzen Rheinland und Westfalen 1835, dann Sachsen, Hessen, Baden, Bayern bis 1905 im Rest Preußens, die Kirchensteuer als eigene Einnahmequelle der Kirche einzuführen. 1919 wurde die Kirchensteuer in die Weimarer Verfassung aufgenommen, 1933 im Reichskonkordat und 1949 im Grundgesetz bestätigt. Man kann sicher darüber sprechen, ob diese Form der Finanzierung so noch gewollt und zeitgemäß ist, müsste dann aber die Frage stellen, ob z.B. der Beitrag, den die Kirchen in Sachen Seelsorge, Kinder-, Kranken- und Altenpflege, Obdachlosenhilfe etc. staatlich nicht erheblich teurer zu organisieren wäre. Für jemanden, der von Verstaatlichung träumt, mag das eine reizvolle Vorstellung sein, doch dazu gleich mehr.
Zauberdrachin hat geschrieben:
09.07.2018, 01:27
Opa, exakt, jeder hat so seine eigene Realität. Das scheint mir, vergisst Du hin und wieder jedoch selbst wenn Du schreibst. So wie Du bei der einen Seite gegen die Verallgemeinerung angehst ("war selbst auf katholischer Schule ...") so gibt es bei Dir nur "den Islam".
Ich halte das für eine völlig unzulässige Verdichtung meiner Beiträge und finde es äußerst respektlos, dass Du Dich zu so einer Falschbehauptung hinreißen lässt, ich würde stets und ständig von "dem Islam" schreiben. Die aus unserer Sicht liberalen Differenzierungen im Islam sind sehr wohl vorhanden und von mir hinreichend beschrieben worden, aber sie spielen derzeit kaum eine Rolle, doch bevor wir die anderen Leser langweilen, lies doch bitte nochmal alle meine Beiträge und verprobe mal Deine Aussage darauf und nachdem Du Dich für Dein nachlässiges Lesen und obendrein ketzerisches Verdichten entschudligt hast, können wir sicher weitermachen.
Zauberdrachin hat geschrieben:
09.07.2018, 01:27
Bist Dir nicht zu schade, kommunistische Propaganda anzuprangern, ohne dass ich irgendetwas zum Kommunismus sagte ... nun ja.
Du sprachst von der Religion als das "Opium des Volkes", das ist ein Zitat von Karl Marx aus seinem Werk „Kritik der Hegelschen Rechtsphilosophie“, welches später von Lenin in dessen Machwerk "Staat und Religion" weiterverwendet wurde:
Die Religion ist eine Form des geistigen Jochs, das überall und allenthalben auf den durch ewige Arbeit für andere, durch ein Leben in Elend und Verlassenheit niedergedrückten Volksmassen lastet. Die Ohnmacht des Ausgebeuteten im Kampf gegen die Ausbeuter läßt ebenso unvermeidlich den Glauben an ein besseres Leben im Jenseits aufkommen, wie die Ohnmacht des Wilden im Kampf gegen die Naturgewalten den Götter-, Teufel-, Wunderglauben usw. aufkommen ließ. Wer sein Leben lang schafft und darbt, den lehrt die Religion Demut und Geduld im irdischen Leben und vertröstet ihn auf den himmlischen Lohn. Wer aber von fremder Hände Arbeit lebt, den lehrt die Religion Wohltätigkeit hienieden; sie bietet ihm eine wohlfeile Rechtfertigung für sein Ausbeuterdasein und verkauft zu billigen Preisen Eintrittskarten zur himmlischen Seligkeit. Die Religion ist das Opium für das Volk. Die Religion ist eine Art geistigen Fusels, in dem die Sklaven des Kapitals ihr Menschenantlitz, ihren Anspruch auf ein auch nur halbwegs menschenwürdiges Dasein ersäufen.
Wenn Dir der Zusammenhang zwischen Marxzitaten, Leninzitaten und kommunistischer Propaganda nicht geläufig ist, dann werden wir es mit der Diskussion sehr, sehr schwer haben. Es ist Dein gutes Recht, Kommunist zu sein, aber steh doch wenigstens dazu. Dein Religionsbild ist marxistisch-leninistisch geprägt, Du plapperst Forderungen diverser Parteitage nach, zuletzt hatte die Linke 2017 im Wahlprogramm neben allerlei weiterem Unsinn die Kündigung der Staatsverträge mit den Kirchen gefordert. Das dürfte sich mit Deiner hier geäußerten Position decken. Wie allerlei anderer Unsinn. Aber keine Sorge, es gibt hier einen guten, alten und bewährten Kommunistenfresser, der solcherlei Propaganda gern aufdeckt und gefühlvoll weggrätscht.
Zauberdrachin hat geschrieben:
09.07.2018, 01:27
Du hast eine Religion verteidigt und greifst eine andere an. Genau das, was Du "dem Islam" vorwirfst.
So heizt man alles nur noch mehr auf ...
Ich kann mich nicht erinnern, eine Religion angegriffen zu haben und es läge mir auch fern, dies zu tun.
Zauberdrachin hat geschrieben:
09.07.2018, 01:27
Seid mal weiter der Meinung, bei uns existiere die Trennung von Staat und Kirche, wir haben ja Meinungsfreiheit.
Sitzt der Aluhut wieder? Wie schön. Kommt als nächstes die Behauptung, die Bundesrepublik sei nur eine GmbH? :roll:
Zauberdrachin hat geschrieben:
09.07.2018, 01:27
Lesen, Hören und Schlussfolgern kann übrigens jeder. Und jeder geht davon aus, dass er "richtig" gelesen, "richtig" gehört und "richtig" geschlussfolgert hat. Es muss klar sein, dass das überwiegend durchaus stimmen kann, doch eine Fehlerquote schwebt stets mit.
Klar kann ich falsch liegen, aber es gibt schon so etwas wie Literatur, die man übrigens lesen sollte, anstatt sich Begrifflichkeiten so lange auf der Zunge zergehen zu lassen, bis sie die gewünschte Bedeutung haben könnten. Bei Dir hapert's offensichtlich schon beim Lesen, weshalb folgerichtig auch beim Schlussfolgern ziemlicher Unsinn dabei heraus kommt. Und wenn Dir nicht mal klar ist, an welchen Stellen Du Dich mit Marx- und Leninzitaten als Kommunist outest, kann ich Dir auch nicht wirklich helfen.
Zauberdrachin hat geschrieben:
09.07.2018, 01:27
My 100 Lira.
Rubel scheint mir eher Deine Währung zu sein. Falls es Dir zukünftig mal wieder schwer fällt, zwischen gut und böse zu unterscheiden, empfehle ich Reagans "Evil of empire" Rede: /watch?v=do0x-Egc6oA

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Re: Die eigene Haustür - Thread für deutsche und EU-Innenpolitik

Beitrag von PREUSSE » 09.07.2018, 11:50

Bad Man hat geschrieben:
09.07.2018, 09:14
PREUSSE hat geschrieben:
05.07.2018, 21:41
Die Propaganda Maschine rollt wieder :grin: Düstere Zukunfts Prognosen werden herbei :grin: geredet .Ich wiederhole es gerne noch einmal. Rechte, die gemeinhin als braune tituliert werden, lehnen die AfD ab, weil sie AfD für eine System Partei halten und vom Staat in das Parteien Spektrum implantiert,
Ich denke, dass hat wenig mit einer Propagandamaschine zu tun, sondern eher damit, dass die AfD so viele Angriffsflächen bietet. Was kein Wunder ist, da bei jeder Parteineugründung auch immer eine Menge Menschen andocken, die Ideen und Meinungen vertreten, die kontrovers zum vorherrschenden Mainstream stehen - sonst hätten sie längst Unterschlupf in einer der schon bestehenden Parteien gefunden.

Die AfD wird wie jede junge Partei erst einmal einen Selbstreinigungsprozess durchlaufen müssen, in dem sich die Spreu vom Weizen trennt. So lange wird sie sich mit den berechtigten Vorwürfen und Angriffen auseinandersetzen müssen.
Gut auf den Punkt gebracht. Genau so sieht es aus.

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Re: Die eigene Haustür - Thread für deutsche und EU-Innenpolitik

Beitrag von Opa » 09.07.2018, 13:18

Mal ein anderes Thema, wo ich gespannt bin, wie sich unser "Schrödi" Fanboy da rauswindet: Gerhard Schröder nimmt als "besonderer Freund" Erdogans an Vereidigung teil

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Re: Die eigene Haustür - Thread für deutsche und EU-Innenpolitik

Beitrag von isnogud » 09.07.2018, 13:28

“opa“ hat geschrieben: Falls es Dir zukünftig mal wieder schwer fällt, zwischen gut und böse zu unterscheiden, empfehle ich Reagans "Evil of empire" Rede:
Ja. Empfehlenswert.
“R. Reagan“ hat geschrieben: I urge you to beware the temptation of pride–the temptation of blithely declaring yourselves above it all and label both sides equally at fault
Zumal die hier zitierte Warnung, nicht überheblich wie leichtfertig der Versuchung (!) zu unterliegen, beide Seiten als gleichermaßen falsch zu bezeichnen, einen sehr guten Diskussionsratgeber abgibt.

Vergesst niemals: Wir sind die Guten! Wer also relativiert, wer den Amerikanern und damit dem Westen, also uns, denselben Imperialismus wie den Russen vorwirft, wer unser System für böse, heuchlerisch und menschenverachtend wie die Autokratien, Theokratien und Diktaturen dieser Welt hält oder auch nur in Vergleich setzt, der hat sich genau dessen schuldig gemacht, wovor Reagan im obigen Zitat seine Zuhörer warnt.

Wir kennen zwar alle Schattierungen von Grau, alle Schattierungen der Realität, aber niemals nie nicht, sind wir auch nur mit dem großen Zeh im Lager des Unrechts, des Bösen oder des Schwarzen. Per definitionem kann das nie geschehen. Weil wir dann ja aufhören würden die Guten zu sein bzw. auf der Seite des Lichtes zu stehen und stattdessen würden wir besoffen von Rotwein mit dem Kopf im Kartoffelsalat landen. Das muss man wissen.
Hertha BSC! Liebe für Anspruchsvolle.
Du kannst als Herthaner alles sein - außer cool.

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Re: Die eigene Haustür - Thread für deutsche und EU-Innenpolitik

Beitrag von Mineiro » 09.07.2018, 13:34

Opa hat geschrieben:
09.07.2018, 13:18
Mal ein anderes Thema, wo ich gespannt bin, wie sich unser "Schrödi" Fanboy da rauswindet: Gerhard Schröder nimmt als "besonderer Freund" Erdogans an Vereidigung teil
Dem Schröder ist sein Ruf hier in Deutschland doch längst völlig egal.
Als Marionette Putins würde der auch in Syrien oder Nordkorea bei der Militärparade auf der Tribüne sitzen, wenn Moskau das will.

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Re: Die eigene Haustür - Thread für deutsche und EU-Innenpolitik

Beitrag von PREUSSE » 09.07.2018, 13:39

Opa hat geschrieben:
09.07.2018, 13:18
Mal ein anderes Thema, wo ich gespannt bin, wie sich unser "Schrödi" Fanboy da rauswindet: Gerhard Schröder nimmt als "besonderer Freund" Erdogans an Vereidigung teil
Das Freundes Netzwerk des Alt Kanzlers dürfte in Zukunft noch die eine oder andere Überraschung parat halten :grin:

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Re: Die eigene Haustür - Thread für deutsche und EU-Innenpolitik

Beitrag von Bad Man » 09.07.2018, 13:45

Opa hat geschrieben:
09.07.2018, 09:37
Der Staat wird auch als Inkassobüro für Kranken-, Arbeitslosen-, Pflege- und Rentenversicherungen tätig und treibt im Zweifel auch nicht gezahlte Rundfunkgebühren oder Schwarzfahrersztrafen ein, wo genau ist da Dein Problem? Die Konkordate und Staatsverträge zwischen Staat und Religionsgemeinschaften sind Folge der napoleonischen Zeit, wo 1803 die weltlichen Fürstentümer für ihre Gebietsabtretungen an Napoleon dadurch entschädigt wurden, dass ihnen die Vermögen kirchlicher Fürsten und Klöster zugesprochen wurden, die fortan auf staatliche Zuwendung bzw. Organisation angewiesen waren. Die Not der Kirche im 19. Jahrhundert war ursächlich dafür, jeweils provinzweise ab 1827, zunächst in Lippe-Detmold über die preußischen Provinzen Rheinland und Westfalen 1835, dann Sachsen, Hessen, Baden, Bayern bis 1905 im Rest Preußens, die Kirchensteuer als eigene Einnahmequelle der Kirche einzuführen. 1919 wurde die Kirchensteuer in die Weimarer Verfassung aufgenommen, 1933 im Reichskonkordat und 1949 im Grundgesetz bestätigt. Man kann sicher darüber sprechen, ob diese Form der Finanzierung so noch gewollt und zeitgemäß ist, müsste dann aber die Frage stellen, ob z.B. der Beitrag, den die Kirchen in Sachen Seelsorge, Kinder-, Kranken- und Altenpflege, Obdachlosenhilfe etc. staatlich nicht erheblich teurer zu organisieren wäre.
Bei aller Kritik an Deinen Umgangsformen, Kollege Opa, wäre ich ungerecht, wenn ich nicht anerkennen würde, dass Du über eine durchaus gute Bildung verfügst, die es Dir eben auch erlaubt, interessante Informationen aus dem Netz zu fischen. Aber was Du aus diesen Informationen ableitest, ist aber trotzdem auch oft falsch, weil Dein Weltbild Maßstab für Deine Analysen ist. Es mangelt Dir an Distanz zu diesem Weltbild bzw. Du stellst es nicht in Frage. Das heißt, Du findest nicht die Fehler in diesem Weltbild und von denen gibt es einige.

Der von mir fett formatierte Teil Deiner Ausführungen weißt z.B. auf eine grundlegende Fehlannahme hin. Die meisten kirchlichen Pflegeeinrichtungen sind meistens als Vereine oder Stiftungen organisiert und sie finanzieren sich, genauso wie privatwirtschaftliche gGmbHs aus den entsprechenden Kassen. Ev. Krankenhäuser rechnen genauso mit den Krankenkassen ab, wie kath. Seniorenheime mit der Pflegeversicherung.

Die meisten Tätigkeiten christlicher Organisationen wurden über Spenden finanziert oder Kollekten (die im Grunde nichts anderes darstellen) oder aber, die Menschen haben für die erbrachten Leistungen bezahlt. Früher haben die Kirchen tatsächlich mal ab und zu etwas dazu gegeben, aber heute ist das fast gar nicht mehr der Fall.

Die Kirchen haben ihre liebe Mühe und Not mit den generierten Kirchensteuern, ihr Kerngeschäft am Laufen zu halten. Sie können viele Pfarrstellen nicht besetzen, weil ihnen schlichtweg das Geld fehlt. Die Pfarrer haben heute so viele Pfarreien zu betreuen, dass ein regelmäßiger sonntäglicher Gottesdienst ausgeschlossen ist. Kirchen werden verkauft, weil sie nicht mehr zu finanzieren sind (Schieber hat sich doch wohl auch eine gekauft). Jegliche soziale Dienste stehen sehr weit hinten an. Die Frau von unserem Pfarrer hat nach langem Hin und Her gerade mal eine halbe Stelle als Gemeindepädagogin bekommen.

Dabei hätten die Kirchen gerade jetzt eine Chance, verlorenes Terrain wieder gut zu machen, denn die Menschen stellen sich immer die Frage nach dem Sinn ihrer Existenz und die Antwort der nicht gläubigen Menschen, wonach der Mensch eben irgendeine bedeutungslose Kreatur ist, die nur zum Zwecke der eigenen Befriedigung existiert, ist für die meisten eben äußerst unbefriedigend.

Doch wie sollen die Kirchen mit ihrer Geschichte, die Menschen glaubwürdig zu Gott führen? Das ist ausgeschlossen.

Und, was passiert, um jetzt den Kreis zu schließen? Die Menschen entwickeln einen Götzen und welcher Götze ist das heute? Die Nation.

Die Nation vermittelt einem eine Zugehörigkeit, die Nation vermittelt einem eine Aufgabe, die Nation vermittelt eine Richtschnur - und leitet einen in die Irre.

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Ray
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Re: Die eigene Haustür - Thread für deutsche und EU-Innenpolitik

Beitrag von Ray » 09.07.2018, 14:24

Tja, vielleicht ist es besser, zu Leuten a la Erdogan und Putin irgendwie Kontakt zu halten als diese deutsche Komplettverweigerung der letzten 13 Jahre, auch gegenüber anderen Politikern (nur Trump natürlich nicht, das ist unser Freund, egal was er tut).
Möglicherweise hätte ein "Freund" Schröder in Deutschland in Amt und Ehren seinen Freunden so einiges abringen können a la "Erdo, lass das mal mit dem Richterentlassen, ha ha ha".
Ich ändere meine Meinung minütlich. Christian Lindner Fußballgott.

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