Berlin

Alles außer Fußball

Moderator: Herthort

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Jenner
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Re: Berlin

Beitrag von Jenner » 15.05.2019, 15:34

MikeSpring hat geschrieben:
15.05.2019, 15:15
Vereinfacht dargestellt schon. Aber Frankreich war ja AUCH von der Reformation betroffen. Die Gedanken Luthers und auch Calvin fielen durchaus in Frankreich auf fruchtbaren Boden und die Hugenotten haben sich ja auch in Folge dessen gefunden.
Wann flohen die Hugenotten aus Frankreich und wann kam die Aufklärung? Die Hugenotten haben übrigens Berlin sehr bereichert.
"Das edelste Beispiel für seelische Robustheit, verbunden mit einem feinen Schuss Selbstironie, ist seit jeher der Herthaner". - aus einem Vortrag im Rahmen eines Fachsymposiums zum Thema Resilienz

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MikeSpring
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Re: Berlin

Beitrag von MikeSpring » 15.05.2019, 15:59

Die Hugenotten flohen VOR der Aufklärung nach Deutschland, das weiß ich. Dennoch ist es doch nicht falsch, dass es in Frankreich seit dem Aufkommen der Hugenotten auch neues Gedankengut weg von der katholischen Kirche und weg vom absolutistischen Herrscher gab. Ich bleibe dabei, OHNE die Reformation wäre sowohl in Frankreich als auch in Deutschland die Aufklärung sicher nicht in der Form erfolgt. Fakt ist, dass die Reformation die Macht der katholischen Kirche drastisch zurückgedrängt hat. Eine katholische Kirche die so stark war, wie im Mittelalter hätte sicher jede Aufklärung verhindert.
Die Schweden sind keine Holländer. Das hat man genau gesehen. (Berti Vogts)

PREUSSE
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Re: Berlin

Beitrag von PREUSSE » 15.05.2019, 19:17

Herthort hat geschrieben:
15.05.2019, 13:25
Abgesehen davon dass Bayerschmidt recht hat, ist das OT. Nach dieser kleinen erläuternden OT-Schlaufe bitte zurück zum Thema.
Gehört dieses OT nicht doch zum Thema? Ist es nicht normal, die eigene Stadt mit Gegebenheiten anderer Städte, anderer Länder und Kulturen zu vergleichen? Wenn nicht, sollte nicht ein ergänzender, ein anderer Thread mit Bezug zu Berlin separat den offensichtlichen Gesprächsbedarf beinhalten?

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Herthort
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Re: Berlin

Beitrag von Herthort » 15.05.2019, 19:38

PREUSSE hat geschrieben:
15.05.2019, 19:17
Herthort hat geschrieben:
15.05.2019, 13:25
Abgesehen davon dass Bayerschmidt recht hat, ist das OT. Nach dieser kleinen erläuternden OT-Schlaufe bitte zurück zum Thema.
Gehört dieses OT nicht doch zum Thema? Ist es nicht normal, die eigene Stadt mit Gegebenheiten anderer Städte, anderer Länder und Kulturen zu vergleichen? Wenn nicht, sollte nicht ein ergänzender, ein anderer Thread mit Bezug zu Berlin separat den offensichtlichen Gesprächsbedarf beinhalten?
Grundsätzlich ist eine "Luther und seine Bedeutung-Diskussion" ja kein Berlin-Thema, aber einen kurzen Ausflug dazu aus der Diskussion heraus ist ja noch ok. Deshalb habe ich es kommentiert bevor es noch mehr abschweift, aber gleichzeitig auch stehen lassen.

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rotergrobi
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Re: Berlin

Beitrag von rotergrobi » 15.05.2019, 19:56

Jenner hat geschrieben:
15.05.2019, 13:45

Ansonsten finde ich das Gejammere über Berlin ermüdend. Ja, die Stadt hat sich an gewissen Stellen zum Schlechteren verändert. Die bedenkliche Entwicklung, z. B. in der Sonnenallee habe ich schon angemahnt, als der politische Mainstream den Umbau in eine türkisch/arabische Monokultur noch als Bereicherung empfand.

Gleichzeitig ist es jedoch so, dass es Orte in Berlin gibt, die sich so gut wie gar nicht, oder zu ihrem Besseren verändert haben. Wenn ich z. B. auf der Terrasse des "Seehaasen" sitze, sieht da alles noch so aus, wie vor 25 Jahren. Mein Kiez ist deutlich attraktiver als zu jener Zeit.

Das Geniale an Berlin ist, dass dort jeder seinen Wohlfühlort finden kann.
Absolut, ich verstehe auch nicht, warum hier alles so ins Dystopische kippt. Klingt, als wäre Berlin Accra hier im Thread.

Saschahohe
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Re: Berlin

Beitrag von Saschahohe » 15.05.2019, 21:42

Danke für´s Antworten, Mike.

Na gut, mit den Hausnummern großer Straßen haste Recht. Da kommt es schon vor, dass ein Hauseingang mehrere hundert Meter seitwärts von der eigentlichen Straße entfernt ist. Erschwert für Ortsfremde sicher manchmal die Orientierung. Hat aber durchaus auch positive Gründe. Die großen Straßenzüge grenzen ja Wohngebiete ein. Und die Wohngebietsstraßen, an denen letztendlich ja erst die Häuser stehen, führen eben den Namen der großen abgrenzenden Hauptstraße weiter. Und innen drin ist es richtig gemütlich, dort aufwachsende Kinder können sich in diesem Rahmen ziemlich sicher bewegen.
Wobei du natürlich einwenden kannst, dass das nicht weniger hübsch wäre, wenn die kleinen Wohngebietsstraßen ihre eigenen Namen hätten. Kann ich nicht abstreiten ;)

Die Zeitfrage ist ja tatsächlich keine zwischen Ost und West, sondern eher zwischen Nord/West und Süd/Ost. Früher wusste ich nicht, dass man z.B. auch in Bayern viertel 9 für 20:15 Uhr sagt. Da habe ich gestaunt.
Um beim Thema zu bleiben: Egal ob Nord-Süd-Ost-West: In Berlin richtig bleiben viertel, dreiviertel und Sonnabend :cooly: So, reicht dazu :wink:

Zur Aufklärung meldeten sich ja schon einige hier. Es weicht auch leicht vom Thema ab. Nur wenige Sätze von mir dazu: Der Scheiterhaufen hätte, um im Bild zu bleiben, Kant zur falschen Zeit am falschen Ort theoretisch auch in reformierten (protestantischen) Gebieten treffen können. Die meisten Verbrennungen fanden nicht im Mittelater sondern in der Neuzeit statt, bei beiden Konfessionen. Letzendlich ging es da eher um Schuldige für schlechte Lebensverhältnisse durch Missernten usw.
(Ein sehr interessantes Buch habe ich dazu vor kurzem gelesen. Über den Klimawandel um das 17. Jahrhundert herum und die Folgen dessen. Leider ist mir gerade der Name entfallen.)

Leider will keiner mitraten. Du hast aber immerhin einen Punkt ;) Antwort auf die erste Frage ist "der Otto aus´m Osten", richtig! :smiley: Den "West"-Otto spielte da, glaube ich, Günter Pfitzmann. Der Ost-Otto-Schauspieler war auch bekannt. Ich weiß aber nicht, wie er hieß.

Und sonst ist das Quiz doch gar nicht ostlastig :cooly: Vielleicht 80er-lastig, ok :mrgreen: Frage 3, 5 und 7 behandelt alte West-Berliner Firmen.

1. Wie hieß der Ostverwandte bei den „Drei Damen vom Grill“ mit Vornamen? Richtig, Otto.
2. Woher hat das Kino Toni seinen Namen?
3. Vervollständige: „Denk ich an Schmuck und Edelstein fällt mir immer nur … ein.“ (Der Brillant am Kurfürstendamm)
4. Aus welchem Berliner Kaufhaus klauten Hexe, Riese und Rumpelstilzchen einen Staubsauger und aus welchem Park waren sie zuvor abgehauen?
5. Vervollständige: „Ganz egal, wo ich auch stecke, für meine Sicherheit sorgt …!“? Berliner Schlüsseldienst ... - "Ein Glück, dass es ... gibt." (sagte Edith Hanke)
6. An welchem Berliner Bahnhof halten S- und U-Bahn am selben Bahnsteig?
7. Vervollständige: „… - bietet mehr!“ Fernsehen, Hifi, Video, Elektro - Kaiserdamm und Brunsbütteler Damm

Noch eine Frage ist mir eingefallen, auch 80er, Freizeitvergnügen:

8. Was bedeuteten in Berlin die Buchstaben "BLUB" und "SEZ"?
Jenner hat geschrieben:
15.05.2019, 15:34
[...]Die Hugenotten haben übrigens Berlin sehr bereichert.
Stimmt, ohne die wäre ich gar nicht hier :grin:

bball62
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Re: Berlin

Beitrag von bball62 » 15.05.2019, 21:50

Ganz witziges Format. Bei allen Fragen muss ich passen, ist wohl nicht meine Generation. Die Antwort zur 7 weiß ich, diese Radiowerbung hat sich als Kind eingebrannt... „Thilo Stör bietet mehr“.

Spontan nostalgisch zu „typisch Berlin“ fallen mir noch Meyer Beck und Bolle ein. Und natürlich Reichelt, auch wenn es den ja erst seit relativ kurzer Zeit nicht mehr gibt.

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Bierchen
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Re: Berlin

Beitrag von Bierchen » 15.05.2019, 21:59

5. ist Tegge, oder?
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Saschahohe
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Re: Berlin

Beitrag von Saschahohe » 15.05.2019, 22:04

bball, Frage 7: Tilo Stöhr, richtig :smiley:

übrigens müsste man konsequenterweise neben Reichelt auch Kaisers nennen. Ursprünglich ja Berliner (Kaffee)händler aus der Kaiserzeit.

Und Bolle bringt mich zu

Frage 9: Von welcher "Ost-Firma" wurde Bolle in den 90ern übernommen?

(Ok, ich höre langsam auf ;) )

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Re: Berlin

Beitrag von Saschahohe » 15.05.2019, 22:06

Bierchen hat´n Punkt für Tegge :cooly:

Hab ich übrigens vor wenigen Wochen zufällig gesehen. Die gibt´s also noch :!:

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Re: Berlin

Beitrag von Bierchen » 15.05.2019, 22:10

Saschahohe hat geschrieben:
15.05.2019, 22:06
Bierchen hat´n Punkt für Tegge :cooly:

Hab ich übrigens vor wenigen Wochen zufällig gesehen. Die gibt´s also noch :!:
Bis vor einiger Zeit Werbung vor der Abendschau
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Bierchen
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Re: Berlin

Beitrag von Bierchen » 15.05.2019, 22:12

9. ist Konsum, denke ich
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Ray
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Re: Berlin

Beitrag von Ray » 15.05.2019, 22:13

4. Aus welchem Berliner Kaufhaus klauten Hexe, Riese und Rumpelstilzchen einen Staubsauger und aus welchem Park waren sie zuvor abgehauen?

Spuk Unterm Riesenrad ... abgehauen aus dem Plänterwald, geklaut ich glaube Centrum Warenhaus am Alex

6. An welchem Berliner Bahnhof halten S- und U-Bahn am selben Bahnsteig?

Wuhletal



Noch eine Frage ist mir eingefallen, auch 80er, Freizeitvergnügen:

8. "SEZ"?

Sport- und Erholungszentrum
Ich ändere meine Meinung minütlich. Christian Lindner Fußballgott.

HerrThaner
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Re: Berlin

Beitrag von HerrThaner » 15.05.2019, 23:00

BLUB - Berliner Luft- und Badeparadies

War da früher oft und gerne. Also als man da noch hin konnte...

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Ray
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Re: Berlin

Beitrag von Ray » 15.05.2019, 23:09

Luft???
Was hatte denn das Blub mit Luft zu tun.
Also, kurz nach der Maueröffnung bis Schließung war ich ein paar mal da. Fliegen konnte man dort nie :)

Die waren ja auch mal Hertha-Hauptsponsor ...
Ich ändere meine Meinung minütlich. Christian Lindner Fußballgott.

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Luder
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Re: Berlin

Beitrag von Luder » 16.05.2019, 10:13

2. Woher hat das Kino Toni seinen Namen?

Würde mal sagen vom Antonplatz.

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MikeSpring
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Re: Berlin

Beitrag von MikeSpring » 16.05.2019, 10:43

Tatsächlich nicht so ostlastig, wie ich dachte. Peinlich, dass ich einige West-Berliner Institutionen verdrängt habe... Thilo Stöhr, da konnte man immer super handeln. Habe da mal 40% für eine Hifi-Anlage rausgeschlagen. Als die weg waren musste blieb noch Innova, die ja von sich aus schon zu verstehen gaben, dass der ausgezeichnete Preis nicht der Zahlpreis ist. Habe erst vor kurzem meinen "Club-Ausweis" von denen weggeschmissen, denn die gibt es ja auch schon über ein Jahr nicht mehr.

Ja, an Kaiser's, Meyer, Reichelt und Bolle kann ich mich auch noch erinnern. Einst stadtbildprägend, nun verschwunden... Ich kann mich auch noch erinnern, dass in der Nähe von Kaiser's meist irgendwo auch ein Plus war. Plus war der Discounter von Tengelmann und hieß vorher mal real. Weil es aber eine andere Supermarktkette gleichen Namens gab (und noch gibt) haben die sich dann in plus umgenannt und wurden irgendwann vom "roten netto" aufgekauft. Bei mir in der Nähe, am Rathenauplatz gab es Jahrzehntelang einen Plus, der vorher auch noch real hieß, seit dem der raus ist herrschte dort meist Lehrstand. Jetzt ist da, glaube ich, ein Bestatter drin. Genau gegenüber war Kaiser's - zu dem nahm mich meine Mutter immer mit, wenn Sie einkaufen war, ursprünglich mit Kinderwagen, später mit EInkaufstrolley. Das ganze Haus gibt es nicht mehr.

Dramatisch finde ich das Sterben von Currybuden, spontan einfach mal auf dem Weg findet man keine mehr.

Ansonsten, um nicht nur zu meckern, finde ich, dass der Ku-Damm sich in den letzten Jahren positiv entwickelt hat, wenngleich er für mich als Kunden weniger interessant wird, zu teure Geschäfte. In Halensee geht das noch, spätestens ab Lehniner Platz wird es dann richtig teuer. Aber das ist ok, schließlich war er ja auch als Prachtstraße konzipiert. Spätkaufs und Shishabars gibt es hier keine!

Ich würde mir wünschen, dass neben dem stattfindenden Umbau des ganzen Areals um den Bahnhof Zoo herum auch wieder Fernzüge dort halten - das wäre für die Geschäftsleute in der Gegend wichtig. Dann ist die City-West wieder auf einem guten Weg, neben all den "Centren" wieder DAS Zentrum zu werden. Gut mehr das Co-Zentrum, denn das eigentliche Zentrum ist mittlerweile Mitte, und das finde ich auch ganz gut so. Hier würde ich mir wünschen, das alte Straßenraster wieder herzustellen, denn außer Nikolaiviertel und vielen Bezirks-Altstädten haben wir kaum Berliner Altstadt. Altstädte - selbst rekonstruierte- haben immer ein ganz spezielles Flair. Zentral gelegen, aber alleine schon dadurch, dass es statt breiten Straßen schmale Gässchen und ggf. Fußgängerzonen gibt, hat man in Altstädten meist eine angenehme Mischung aus Entschleunigung UND Geschäftigkeit. Kann das kaum beschreiben, aber ich liebe es in Städten mit einer schicken Altstadt in einem Biergarten zu sitzen und das Leben um mich herum zu beobachten. Und sowas fehlt ein Stück weit in Berlin. WENN ich sowas will gehe ich halt in die Altstadt Spandau, aber die ist mir eigentlich ein wenig zu assig geworden.
Die Schweden sind keine Holländer. Das hat man genau gesehen. (Berti Vogts)

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Re: Berlin

Beitrag von Herthafuxx » 16.05.2019, 12:27

MikeSpring hat geschrieben:
16.05.2019, 10:43
Tatsächlich nicht so ostlastig, wie ich dachte. Peinlich, dass ich einige West-Berliner Institutionen verdrängt habe... Thilo Stöhr, da konnte man immer super handeln. Habe da mal 40% für eine Hifi-Anlage rausgeschlagen. Als die weg waren musste blieb noch Innova, die ja von sich aus schon zu verstehen gaben, dass der ausgezeichnete Preis nicht der Zahlpreis ist...
Das war genau der Grund, weshalb ich da nie was gekauft habe.

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Ray
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Re: Berlin

Beitrag von Ray » 16.05.2019, 12:35

Die City West hat(te) 100 mal mehr Charme als Alex, Friedrichstraße, Potsdamer Platz und der ganze erzwungene Mist nach 1990.
Und das schreibe ich als im Osten geborener.
Ich ändere meine Meinung minütlich. Christian Lindner Fußballgott.

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bayerschmidt
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Re: Berlin

Beitrag von bayerschmidt » 16.05.2019, 13:43

MikeSpring hat geschrieben:
15.05.2019, 15:59
...OHNE die Reformation wäre sowohl in Frankreich als auch in Deutschland die Aufklärung sicher nicht in der Form erfolgt. Fakt ist, dass die Reformation die Macht der katholischen Kirche drastisch zurückgedrängt hat. Eine katholische Kirche die so stark war, wie im Mittelalter hätte sicher jede Aufklärung verhindert.
Deine Meinung sei Dir unbenommen, aber ich sehe ich eben anders, gerade weil Luther und Calvin nun wirklich das Gegenteil von aufgeklärten, humanistischen Vernunftmenschen waren. Und irgendwie beteiligt...naja, dann kannst Du aber auch sagen: ohne den Katholizismus wäre es erst recht nicht zur Aufklärung gekommen. Das österreichische Habsburg war dann auch eines der tolerantesten/aufgeklärtesten Großreiche überhaupt. Aber um den Bogen wieder zu bekommen: ist Berlin eigentlich eine protestantische Stadt, eine gottlose Stadt? Gibt es da sichtbare Charakteristika in Substanz und Lebensgefühl? Oder nur Statistik über Kirchgänger? Ich liebe Berlin ja immer noch, aber in Europa finde ich an Hauptstädten insbesondere Wien und Rom traumhaft.
rotergrobi hat geschrieben:
15.05.2019, 19:56
...
Absolut, ich verstehe auch nicht, warum hier alles so ins Dystopische kippt. Klingt, als wäre Berlin Accra hier im Thread.
Accra ginge ja noch, es mutet hier im Thread teilweise so an wie Mogadishu oder Lagos. :mrgreen:

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MikeSpring
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Re: Berlin

Beitrag von MikeSpring » 16.05.2019, 15:00

Zum Thema Reformation und Aufklärung: Wie gesagt, Luther und Calvin selber waren sicher nicht aufgeklärt, ich denke nur, dass sie dennoch eine Entwicklung losgetreten haben, die in die Aufklärung führte. Aber kein Problem: We agree to not agree.

Berlin eine gottlose Stadt: Ich denke schon. Im Vergleich mit katholischen, ländlichen Gebieten ganz sicher. Zumindest, wenn man es an Kirchgängerzahlen festmacht. Aber das ist schon irgendwie Berlinerisch: Wir lassen uns halt ungerne von der Kanzel runter uns was vorpredigen! Dass die Kirchen voll sind zu Weihnachten: Ich denke, das ist mehr wegen der Tradition als wegen der Religion. Und manche Kirchen geben sich ja richtig Mühe, diesen einen Gottesdient interessant zu gestalten. In "meiner" Kirche gestaltet seit Jahren die Junge Gemeinde die Mitternachtsmette, und das machen die richtig gut. Das fing an kurz nach meinem Konfimandenunterricht. Damals wurde das diskutiert, wir waren dafür - aber die verknöcherten alten Pfarrer (und Pfarrerin) nicht. Ein Argument dafür von uns war: So hat man wenigstens einen Grund, nach ein paar Stunden mit der Familie mal zuhause rauszukommen, ohne dass einem das jemand übel nimmt. Mittlerweile ist das ein regelrechter Heiligabendtreffpunkt der Grunewalder "Kiez"-Jugend geworden. Man trifft sich kurz, singt ein paar Lieder (auch etwas, wonach offensichtlich viele Bedürfnis haben, zusammen zu singen, siehe Union), manche trinken danach vor der Kirche gemeinsam noch einen (mitgebrachten, Thermoskanne sei dank!) Glühwein zusammen.

Der Osten ist sowieso nicht religiös und ehrlich gesagt halte ich die Religiosität vieler Zugezogener auch für eher vorgeschoben. Ich denke, mehr oder weniger wird in Berlin jeder nach seiner Fasson selig. Und - trotz aller Probleme - finde ich immer noch, dass das in Berlin besser funktioniert als sonst irgendwo.
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Re: Berlin

Beitrag von Saschahohe » 16.05.2019, 21:57

Schnell mal bestätigen:

- Konsum - übernahm Bolle - zweiter Punkt für Bierchen :wink: (Konsum gibt´s heute noch, hat es als Handelsgenossenschaft leider hier nicht geschafft, ist also weg wie Kaisers, Reichelt usw., viele heute existierende andere Geschäfte, z.B. von Rewe, stehen aber auf Konsumboden)
- BLUB - Berliner Luft- und Badeparadies - Punkt für HerrThaner :grin:
- Kino Toni - Antonplatz - Punkt für Luder :mrgreen:

Aber Ray führt mit 3 Punkten (hat er "im Ostteil abgeräumt :cooly: ): Plänterwald (erst Kulturpark, später Spreepark, mittlerweile "Wildnis"), Centrum Warenhaus am Alexanderplatz, Wuhletal (S- und U-Bahn), SEZ - Sport- und Erholungszentrum.

Offen ist weiterhin 3.: "Denk ich an Schmuck und Edelstein fällt mir immer nur "Slazedek" ein. - Slazedek - Der Brillant am Kurfürstendamm"

(außer dem ersten und dem letzten sind die Buchstaben vertauscht, wobei ich nicht weiß, ob man das mit den Buchstaben schrieb, ich hab´s damals ja nur im Radio gehört :zwink: )
MikeSpring hat geschrieben:
16.05.2019, 10:43
[...]
Dramatisch finde ich das Sterben von Currybuden, spontan einfach mal auf dem Weg findet man keine mehr.
[...]
Mike, die Currywurst hat ja hier ihren eigenen Faden, leider kann ich da kaum mitreden, weil ich in meiner Gegend eigentlich keine richtige Bude mehr finde. Wenn ich Lust drauf habe, bleibt mir nur noch Centies auf dem Bahnhof Lichtenberg.

So Berliner Altstädte mag ich auch, selbst wenn sie, wie das Nikolaiviertel, nachgebaut sind.

Noch ein paar West-Berliner Institutionen (ich hoffe, ich habe die Dämonen in meinem Kopf bald durch :-? :lol: ):

"Sind´s die Augen - geh zu ...!"

"Bier, Wasser, Saft und Wein kaufen wir bei ... ein. Da wird man gut beraten, leicht ist alles ausgesucht. Man muss nicht lange warten, ganz einfach kann man parken, und schon geht´s ab nach Haus mit Getränken von ... - Na klar!" :thumbs:

"Ich soll Sie schön grüßen - von ..."

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Ray
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Re: Berlin

Beitrag von Ray » 16.05.2019, 22:30

(1) Ruhnke
(3) Möbel Hübner.

KOMM ICH JETZT INS FERNSEHN???
Ich ändere meine Meinung minütlich. Christian Lindner Fußballgott.

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Re: Berlin

Beitrag von Saschahohe » 16.05.2019, 22:45

Keine Ahnung. Vielleicht zum SFB oder ins DDR-Fernsehen :razz:

Aber du hast wohl trotzdem gewonnen, falls keinem sonst hier noch mehr nostalgische Berlin-Fragen einfallen :sorry:

HerrThaner
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Re: Berlin

Beitrag von HerrThaner » 17.05.2019, 08:04

Einen wüsste ich noch...

"Der Onkel Tobias vom ... ist da"

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